Liebe ist gesund!

August 2009 | Partnerschaft & Sexualität

Eine liebevolle Beziehung wirkt sich sowohl auf das seelische als auch auf das körperliche Wohlbefinden positiv aus und verlängert das Leben. Das zeigen die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien.
 
von Mag. Sabine Stehrer

„Zu fühlen, dass man geliebt wird und sich umeinander kümmert, verbessert das emotionale Wohlbefinden, indem es Depressionen und Ängste verringert und psychische Kräfte wie Selbstachtung und Selbstvertrauen steigert“, schreibt Linda J. Waite, Univ. Prof. für Soziologie an der Universität Chicago. Nach ihren Forschungsergebnissen verbessert das Leben in einer Beziehung nicht nur die psychische, sondern auch die körperliche Gesundheit.

Andere wissenschaftliche Studien aus den USA belegen, dass der positive Effekt auf die Gesundheit entscheidend von der Qualität der Beziehung abhängt. Nur eine gute Liebesbeziehung, in der die Partner emotionale und soziale Unterstützung erfahren, stärkt die körpereigenen Abwehrkräfte, senkt den Blutdruck und die Cholesterinwerte, bewahrt vor Übergewicht und schützt darüber hinaus vor Ängsten sowie Depressionen. Das geht unter anderem aus einer Studie an der Penn State University hervor, für die 1150 Menschen vier Mal im Laufe von zwölf Jahren interviewt wurden.

Noch länger, nämlich mehr als 20 Jahre, hat das US-Paar Janice Kiecolt-Glaser und Ronald Glaser Eheforschung betrieben. Die beiden konnten unter anderem nachweisen, dass bei einem glücklichen Paar allein ein Gespräch zum Beispiel über die Planung von gemeinsamen Unternehmungen den Wert des Stresshormons Cortisol im Blut senkt, was unter anderem für eine Stärkung des Immunsystems und Entspannung sorgt.

Umgekehrt zeigten Glaser & Glaser, dass Stress in einer Beziehung bei Frauen wie Männern durch die Erhöhung des Stresshormonspiegels die Abwehrkräfte schwächen und Erkältungen auslösen oder Wundheilungsprozesse verlangsamen kann.

Verliebt: Hormonproduktion auf Hochtouren
Viele Forschungen haben sich mit den Auswirkungen der Liebe auf den Körper beschäftigt. So fand man heraus, dass im Zustand der frischen Verliebtheit die Hormonproduktion auf Hochtouren läuft. Östrogene, Androgene und das so genannte Bindungshormon Oxytocin sorgen dafür, dass man sich rundum gut fühlt. Außerdem sind die so genannten Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin hochaktiv. Sie wirken auf das Belohnungszentrum im Gehirn, machen euphorisch und zugleich zufrieden und satt. So kommt es, dass frisch Verliebte kaum Schlaf brauchen und wenig Appetit haben. Nach einigen Monaten, einem halben Jahr, spätestens aber nach einem Jahr pendeln sich Neurotransmitter-Aktivität und die Hormonproduktion wieder auf Normalmaße ein.

Küssen: Kreislauf kommt in Schwung
Wenn sich zwei Liebende küssen, wird die Produktion des Zell-Treibstoffs Adenosintriphosphat angeregt. Dieser sorgt dafür, dass die Atemfrequenz steigt, das Herz schneller schlägt, der Kreislauf in Schwung kommt, sich die Gefäße weiten und die Durchblutung besser wird. So werden die Abwehrkräfte gestärkt und ein Energieschub setzt ein.

Händchenhalten: Entspannung pur
Der Hautkontakt zwischen zwei Liebenden, wie er etwa durch Händchenhalten entsteht, wirkt entspannend. Der Grund: Das Gehirn befiehlt den Muskeln, nachzugeben, die Atmung wird flacher.

Sex: Medizin für Mann und Frau
Der Hormoncocktail, der beim Sex ausgeschüttet wird, wirkt wie Medizin. Kurzfristig lindert er Schmerzen aller Art bis hin zu schwerer Migräne: Mittel- und langfristig hat regelmäßiger Geschlechtsverkehr über seinen Einfluss auf den Hormonspiegel bei Männern wie Frauen gleich mehrere positive Auswirkungen auf die Gesundheit, weil er den Testosteronspiegel erhöht. Bei Frauen kann das zum Beispiel Menstruationsbeschwerden lindern, bei Männern beugt es Prostataleiden vor. Darüber hinaus wirkt regelmäßiger Sex bei beiden Geschlechtern Gefäßverkalkung und dem Knochenschwund entgegen, beugt Herz- und Kreislaufkrankheiten vor und löst stressbedingte Verspannungen.    
 

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