Abgeschlagenheit

Januar 2010 | Gesundheitslexikon

Frische Luft hilft

Was steckt dahinter?

Das hat bestimmt jeder schon einmal erlebt: Man fühlt sich schlapp, abgeschlagen und müde, morgens kommt man kaum aus dem Bett. Manchmal kommen Lustlosigkeit, ein Schwächegefühl, ein Gefühl der Überforderung oder gar des Ausgebranntseins hinzu.
Diese Beschwerden können ganz normale Reaktionen des Körpers auf verschiedene Belastungen und die Folge eines anstrengenden Lebensstils sein: Sei es, dass anhaltender beruflicher Stress, familiäre Belastungen, zu wenig Schlaf oder ein besonders intensives Freizeitprogramm einem die Kräfte raubt. Auch ein allzu ehrgeiziges sportliches Training kann zu den genannten Problemen führen. Weiters kann es sein, dass der Körper auf eine vorangegangene Krankheit, z. B. einen Infekt, reagiert. In medizinischen Fachkreisen wird außerdem diskutiert, ob das chronische Müdigkeitssyndrom womöglich auf ein bislang unentdecktes Virus zurückzuführen ist.

Was hilft?

Um herauszufinden, was einen so müde macht, sollte jeder für sich gründliche Ursachenforschung betreiben: Habe ich zuviel Stress in der Arbeit oder in der Partnerschaft? Hatte ich vor kurzem einen Infekt? Ist es das anhaltende trübe, graue Wetter, das mir zu schaffen macht? Schlafe ich ausreichend und in einem angenehmen Raumklima?
Je nach Ursache lässt sich die Müdigkeit mit verschiedenen Maßnahmen vertreiben:

  • Morgendliche Wechselduschen – immer erst mit kaltem Wasser beginnend – wirken nicht nur auf Morgenmuffel sehr belebend.
  • Chronischem Stress am Arbeitsplatz begegnet man am besten mit gezielten Pausen, z. B. indem man für wenige Minuten die Augen schließt und 20 Mal tief ein- und ausatmet.
  • Generell haben Atemübungen, etwa das langsame, tiefe Atmen aus dem Bauch heraus, eine belebende Wirkung.
  • Empfehlenswert ist, wenigstens drei Mal wöchentlich für mindesten 30 Minuten Ausdauersport zu betreiben.
  • In Sachen Ernährung kann eine vitaminreiche Kost mit reichlich Obst und Gemüse auf die Sprünge helfen, vielen helfen auch Nahrungsergänzungsmittel. Abends sollte man nicht zu spät essen und nicht mit vollem Magen schlafen gehen, da die Völle die Schlafqualität beeinträchtigt. Im Winter, wenn man aufgrund der Heizungsluft leichter austrocknet, sollte man besonders auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.
  • Im Rahmen der Schlafhygiene sollte man u. a. auf ein gutes Bett, eine passende Matratze, ein gutes Raumklima achten. Eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer verhindert, dass man in der Nacht austrocknet und deshalb schlecht schläft.

Zum Arzt sollte man, wenn …

… die Beschwerden länger als vier bis sechs Wochen anhalten bzw. Bekannte, Kollegen oder Freunde einen darauf ansprechen, dass man müde/blass oder einfach „schlecht“ aussieht.
… zur Abgeschlagenheit weitere Symptome wie Herzklopfen, Schwindelanfälle, Schmerzen, Krämpfe, Kopfweh oder dunkler Stuhl kommen.
Wenn die Müdigkeit länger anhält und über eine „allgemeine Schlappheit“ hinausgeht, kann möglicherweise eine schwere Erkrankung dahinterstecken.

Expertentipp

Dass sich im Frühjahr besonders viele Menschen abgeschlagen und erschöpft fühlen, lässt sich u. a. mit dem veränderten Schlaf-Wachrhythmus erklären: Wenn die Nächte kürzer werden, stellt sich der Melatoninstoffwechsel im Organismus um. Man sollte dem Körper Zeit für diese Umstellung geben und sich außerdem viel an der frischen Luft bewegen.

von Mag. Alexandra Wimmer mit fachlicher Unterstützung von Prim. Dr. Marcus Franz, Facharzt für Innere Medizin und ärztlicher Direktor des Wiener Hartmannspitals sowie Vorstand der dortigen Internen Abteilung.

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