Heiserkeit

Dezember 2010 | Gesundheitslexikon

Die Stimme schonen

Was steckt dahinter?

Die Stimme klingt rau, belegt, verhaucht oder tonlos, sodass nur noch ein Flüstern herauskommt: Heiserkeit ist ein häufiges und zumeist harmloses Problem, das in vielen Fällen von selbst wieder vergeht.
Häufige Ursache sind Infekte der Atemwege mit Beteiligung des Kehlkopfes; diese Infekte können von einem trockenen, rauen Hals begleitet sein.
Hinter einer heiseren Stimme können aber auch ernsthafte Krankheiten wie etwa Kehlkopfkrebs oder neurologische Erkrankungen (z. B. Nervenlähmungen) stecken. Weiters kommen gutartige Veränderungen wie Stimmlippenknötchen oder -polypen als Ursache infrage; heutzutage eher selten sind Infektionserkrankungen wie Diphterie oder Tuberkulose. Außerdem können allergische Erkrankungen sowie psychische Störungen bei den Beschwerden eine Rolle spielen – man denke nur an die Wortverwandtschaft von „Stimme“ und „Stimmung“. Nicht zuletzt kann eine gestörte Funktion der Stimmgebung die Beschwerden verursachen.
Normalerweise wird die Stimme durch Anblasen der Stimmlippen beim Ausatmen erzeugt. Hierbei entsteht Schall, der weitertransportiert, verändert und von den Sprechwerkzeugen wie Zunge und Lippen in Laute umgesetzt wird. Bei Heiserkeit ist – aus den verschiedenen Gründen – die Schwingung der Stimmlippen beeinträchtigt.

Was hilft?

Wer heiser ist, sollte die Stimme schonen, d. h. wenig und leise, ohne Kraftanstrengung, sprechen. Von Flüstern oder Räuspern ist hingegen abzuraten, da beides generell schlecht für die Stimme ist. Trockene bzw. kalte Luft, Zigarettenrauch, Alkohol und Mentholprodukte sollten gemieden werden.
Achten Sie außerdem darauf, die Schleimhäute feucht zu halten, indem Sie ausreichend trinken; gegebenenfalls hilft es auch, Meersalzlösungen oder Tees wie Käsepappel, Eibisch oder Holunder zu inhalieren.

Zum Arzt sollte man, wenn …

… die Heiserkeit bereits drei Wochen andauert.

… andere Symptome wie Atemnot und starke Schluckbeschwerden dazukommen.

Dann muss in Rahmen einer HNO-ärztlichen Untersuchung abgeklärt werden, ob womöglich eine ernste Erkrankung hinter den Beschwerden steckt. Je nach Krankheitsbild können sowohl medikamentöse als auch operative Maßnahmen erforderlich werden.
Ist die Funktion der Stimmgebung beeinträchtigt, sollte mit einer logopädischen Stimmtherapie begonnen werden.

Expertentipp

Heiserkeit kann nicht nur durch organische Erkrankungen oder falschen Stimmgebrauch entstehen. Hinter dem Problem kann auch eine unzureichende Belastungsfähigkeit oder Tragfähigkeit der Stimme stecken. Dies führt in der Folge zu Stimmermüdung und Sprechanstrengung. Vor Ergreifen eines „Stimmberufs“ (z. B. Lehrer) sollte deshalb abgeklärt werden, ob Veränderungen an den Stimm- und Sprechorganen bestehen, die anfällig für Heiserkeit machen.

von Mag. Alexandra Wimmer mit fachlicher Unterstützung von Dr. Markus Hahn, Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenerkrankungen an der HNO-Abteilung im Landeskrankenhaus Feldkirch.

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