Zahnfleischbluten

September 2010 | Gesundheitslexikon

Zähne richtig und regelmäßig reinigen!

Was steckt dahinter?

Der Biss in den knackigen Apfel oder das hingebungsvolle Zähneputzen hinterlässt Spuren? Wenn am Fruchtfleisch blutige Abdrücke zurückbleiben oder die Zahnpasta hellrot verfärbt ist, deutet dies auf Zahnfleischbluten. Ist das Zahnfleisch zusätzlich geschwollen und dunkelrot verfärbt, kann eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) dahinterstecken. Wenn sich außerdem bereits Zahnfleischtaschen gebildet haben und der den Zahn umgebende Knochen betroffen ist, handelt es sich um eine Entzündung des Zahnhalteapparates (Parodontitis).
Hauptursache für derartige Entzündungen ist häufig eine mangelhafte oder falsche Mundhygiene: An schlecht geputzten Zähnen lagern sich bakterieller Zahnbelag und Zahnstein ab, die Bakterien führen zur Entzündung und in der Folge zur Zerstörung von Zahnhaltegewebe.
Auch ein falscher Ernährungsstil beeinträchtigt die Bakterienkultur in der Mundhöhle und bietet Karies- und anderen Bakterien die Möglichkeit, sich anzusiedeln.
Weitere Risikofaktoren: Rauchen, Diabetes, Karies, schlechte und überstehende Füllungs- oder Kronenränder, Zahnfehlstellungen. Auch virale Infektionen, Lebererkrankungen oder Leukämie können diese Blutungen nach sich ziehen. In der Schwangerschaft kann die veränderte Hormonsituation – das Zahnfleisch ist besser durchblutet – zu Zahnfleischbluten führen. Manchmal spielen genetische Faktoren bei der Entstehung eine Rolle. Nicht zuletzt kann das Symptom durch mechanische Einwirkung hervorgerufen werden, z. B. wenn man eine zu harte Zahnbürste verwendet oder allzu kräftig putzt.

Was hilft?

  •  Die erste Sofortmaßnahme: Den Mund mit einer Spüllösung mit dem Wirkstoff Chlorhexidin spülen. Das wirkt entzündungshemmend und antibakteriell.
  •  Keineswegs sollte man Zahnfleischbluten zum Anlass nehmen, um das Gebiss zu „schonen“, indem man seltener oder weniger gründlich putzt. Im Gegenteil: Wenn das Zahnfleisch blutet, sollte man zusätzliche Maßnahmen ergreifen und möglichst rasch einen Termin beim Zahnarzt vereinbaren. Dieser wird zuerst einen Grundbefund erheben, zu dem u.a. ein Panoramaröntgen und ein parodontaler Grundstatus zählen. Bei der Erstbegutachtung wird außerdem überprüft, wie gut sich das Gebiss überhaupt putzen lässt: Gibt es schlecht gemachte Füllungen, die saniert gehören? Ist aufgrund einer Zahnfehlstellung gar eine Gebissregulierung nötig?  
  • So gut wie immer wird danach eine professionelle Mundhygiene durchgeführt. In vielen Fällen ist das Problem damit nach wenigen Sitzungen behoben.

Zum Arzt sollte man …
 … immer, wenn das Zahnfleisch blutet.  Auch sollte man bereits vorbeugend – also nicht erst, wenn die Zähne Beschwerden verursachen – zweimal im Jahr eine professionelle Mundhygiene durchführen lassen.

Expertentipp
Um Zahnfleischbluten – und damit auch einer Entzündung – vorzubeugen, ist die richtige und regelmäßige Zahnhygiene das Um und Auf: Putzen Sie zweimal täglich die Zähne und achten Sie darauf, auch die Zahninnenflächen und -zwischenräume gründlich zu reinigen. Verwenden Sie täglich Zahnseide und putzen Sie am besten auch die Zunge einmal am Tag – am besten morgens – mit.

von Mag. Alexandra Wimmer mit fachlicher Unterstützung von Dr. Eva Krampf-Farsky, Fachärztin für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde in Maria Enzersdorf.

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