Nasenbluten

Juni 2010 | Gesundheitslexikon

Nicht hinlegen!

Was steckt dahinter?

Meist schaut es dramatischer aus, als es ist: Wenn plötzlich Blut aus der Nase tropft oder man nach dem Schnäuzen Blutspuren auf dem Taschentuch entdeckt, steckt oft eine ganz banale Ursache dahinter. Allzu heftiges Schnäuzen, Nasenbohren, ein Schlag auf die Nase, ein akuter oder allergischer Schnupfen, ausgetrocknete Nasenschleimhäute aufgrund trockener Raumluft zählen zu den möglichen Auslösern.
Der Hintergrund: Die Blutgefäße der stark durchbluteten Nasenschleimhaut sind sehr fein und können entsprechend leicht verletzt werden. Die häufigste Blutungsquelle ist übrigens eine Stelle der vorderen Nasenscheidewand, der sogenannte Locus Kiesselbachi. Häufiges Nasenbluten kann aber auch ein Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung sein: So können Bluthochdruck, Gerinnungsstörungen, Diabetes und in seltenen Fällen ein Tumor in den Nasenhöhlen die Blutung verursachen. Manchmal kommt es auch ohne ersichtlichen Grund zu den Beschwerden. Der Blutverlust hält sich in den meisten Fällen in Grenzen.

Was kann ich dagegen tun?

Normalerweise hört das Nasenbluten nach einigen Minuten von selbst wieder auf.
Zusätzliche Maßnahmen, um die Blutung rasch zu stillen: Kalte Umschläge oder Eispackungen, die man sich in den Nacken legt („Eiskrawatte“) sorgen dafür, dass die Blutgefäße sich zusammenziehen und schaffen somit Linderung. Wenn die Blutung andauert, kann es helfen, mit Daumen und Zeigefinger die Nasenflügel für einige Minuten leicht zusammenzudrücken. Auch abschwellende Nasentropfen, welche die Blutgefäße verengen, können hilfreich sein.
Um die Blutung in den Griff zu bekommen, ist auch die richtige Körperhaltung entscheidend: Keinesfalls sollte man sich hinlegen, da die liegende Position die Blutzufuhr zum Kopf steigert, was wiederum den Druck in den Nasenäderchen erhöht – und damit das Symptom verstärkt. Am besten ist es, mit leicht vorgeneigtem Oberkörper zu stehen oder zu sitzen. Der Kopf sollte nach vorne gebeugt werden, damit die Nase nach vorne hin ausbluten kann. So vermeidet man, dass Blut nach hinten abrinnt und geschluckt wird. Speziell bei Kindern löst dies häufig Übelkeit und Erbrechen aus.
Um die Schleimhäute nicht gleich wieder zu reizen, sollte man nach dem Abklingen der Blutung für die nächsten Stunden beim Schnäuzen besonders vorsichtig sein.

Zum Arzt sollte man, wenn …

… man wiederholt unter Nasenbluten leidet.
… die Blutung nach 20 Minuten nicht wieder aufhört.
… Blut aus beiden Nasenlöchern fließt. In diesem Fall, kann das Symptom ein Anzeichen für sehr hohen Blutdruck bis hin zu Schlaganfallgefahr sein.

Sind hingegen verletzte Blutgefäße die Ursache für Nasenbluten, tritt es meistens einseitig auf. Um den genauen Ursprung der Blutung in der Nase zu orten, sollte eine HNO-Ärztin oder ein HNO-Arzt aufgesucht werden.

Expertentipp
Dem Nasenbluten lässt sich am besten vorbeugen, indem man auf auslösende Faktoren achtet: Die Nase sollte man immer behutsam putzen. Um dem Austrocknen der Nasenschleimhäute entgegenzuwirken, sollte man auf ein ausreichend befeuchtetes Raumklima achten. Auch Nasenöl und Meersalzsprays helfen, die Nasenschleimhaut feucht und geschmeidig zu halten.

von Mag. Alexandra Wimmer mit fachlicher Unterstützung von Dr. Berta Hofstetter, Fachärztin für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten in Langenzersdorf.

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