Heilpflanzen & Phytotherapie

Gewürz des Lebens

In der ayurvedischen Medizin wird Kurkuma schon seit über 4.000 Jahren als Heilmittel eingesetzt. Kein Zufall also, dass die goldgelbe Wurzel oft als „Gewürz des Lebens“ bezeichnet wird. Welche Kräfte in ihr stecken, erklärt Dr. Christine Reiler.

Kurkuma (Curcuma longa) sowie Curcuma xanthorrhiza, auch Javanische Gelbwurz genannt, zählen zu den Ingwergewächsen und werden traditionell als Arzneipflanzen genutzt. Letztere ist unter anderem Bestandteil von Currymischungen. Der wichtigste bioaktive Inhaltsstoff ist Curcumin. Neben seiner färbenden und aromagebenden Wirkung ist vor allem sein gesundheitliches Potenzial von Interesse. Hier sind fünf gute Gründe, Kurkuma häufiger in den Speiseplan einzubauen!

Entzündungshemmende Wirkung

Studien zeigen, dass Curcumin das Protein „GILZ“ beeinflusst, das eine wichtige Rolle bei der Regulation von Entzündungen spielt. Curcumin kann die Bildung dieses Proteins fördern und so entzündliche Prozesse dämpfen. Auf dieser Grundlage wird bereits an neuen Medikamenten geforscht. Erste kleinere Studien weisen darauf hin, dass Kurkuma-Extrakt in hoher Dosierung etwa den Verlauf und das Auftreten von Schüben bei Colitis ulcerosa, einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung, günstig beeinflussen könnte.

Unterstützung der Verdauung

Kurkuma regt die Produktion von Magensaft an und fördert die Ausschüttung von Gallensäuren durch die Leber. Dadurch werden Nahrungsfette besser aufgespalten und verdaut. Zusätzlich wirkt das Gewürz krampflösend und kann Beschwerden wie Blähungen, Sodbrennen, Magenkrämpfe oder
Völlegefühl lindern.

Positive Effekte auf das Gehirn

Im Labor zeigte Curcumin die Fähigkeit, Ablagerungen bestimmter Eiweißkomplexe zu hemmen, die mit neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer in Verbindung stehen. Australische Forschende fanden außerdem heraus, dass bereits ein Gramm Kurkuma das Arbeitsgedächtnis für rund sechs Stunden optimieren kann.

Mögliche Krebsprävention

Laborversuche deuten darauf hin, dass Kurkuma krebshemmende Eigenschaften besitzt. Verantwortlich dafür ist unter anderem die enthaltene Kaffeesäure, die vor Magenkrebs schützen und die Bildung von Nitrosaminen – potenziell krebserregenden Substanzen – hemmen kann.

Zell- und Herzschutz

Die natürlichen Farbstoffe der Kurkuma wirken als Antioxidantien und schützen die Zellen vor oxidativem Stress. Davon profitiert auch das
Herz-Kreislauf-System.


Wichtig zu wissen

Curcumin ist fettlöslich und wird vom Körper nur schlecht aufgenommen. Um von den gesundheitlichen Effekten optimal zu profitieren, können standardisierte Kapseln oder Dragees sinnvoll sein. Personen mit Gallensteinen oder bekannter Curcumin-Allergie sollten darauf verzichten. Schwangere und Stillende können Kurkuma in kleinen Mengen als Gewürz verwenden.


Fotos: istockphoto: banusevim

Share

Logo medizinpopulär