Lotte Tobisch

Oktober 2007 | Prominente & Gesundheit

„Wer das Leben und die Menschen gern hat, lebt gesünder“
 
Die frühere Schauspielerin und langjährige Opernball-Organisatorin Prof. Lotte Tobisch-Labotýn übt heute zwei zeit- und arbeitsaufwändige Ehrenämter aus: Sie ist Präsidentin des Vereins „Künstler helfen Künstlern“, der in Baden bei Wien eine Seniorenpension für Künstler betreibt, und sie engagiert sich als Ehrenvorsitzende für die Österreichische Alzheimer-Liga. Im Gespräch mit MEDIZIN populär erzählt die 81-Jährige, was sie zu ihren Aktivitäten motiviert, wie sie es schafft, stets voller Elan für andere da zu sein, wie sie sich fit und gesund hält, und woher sie ihre ansteckende Lebensfreude hat.
 
Von Mag. Sabine Stehrer

MEDIZIN populär
Frau Professor Tobisch, wie kam es zu Ihrem Engagement in der Österreichischen Alzheimer-Liga?

Prof. Lotte Tobisch-Labotýn:
In der Seniorenpension, die der Verein „Künstler helfen Künstlern“ betreibt, habe ich oft miterlebt, was es heißt, an Alzheimer zu erkranken. Was die Krankheit so schlimm macht, ist, dass die Betroffenen ihrer Erinnerungen beraubt werden, also des einzigen Paradieses, aus dem wir nicht vertrieben werden können, um mit Jean Paul zu sprechen. Ich habe auch miterlebt, wie furchtbar die Krankheit ab einem gewissen Zeitpunkt für die Angehörigen ist. Das hat mich dazu motiviert, als Ehrenvorsitzende der Österreichischen Alzheimer-Liga dafür einzutreten, dass mehr geforscht und mehr Geld investiert wird, um die Krankheit in den Griff zu bekommen, sie behandelbar zu machen. Es werden ja immer mehr Menschen davon betroffen sein, weil die Lebenserwartung ständig steigt.

Sie sind im März 81 Jahre alt geworden. Wie schaffen Sie es, so fit und gesund zu bleiben?

(lacht) So gesund bin ich gar nicht. Ich habe schon seit meiner Jugend chronisches Bronchialasthma, das ist manchmal lästig.

Was machen Sie dagegen?

Im Moment nichts. Aber vor 25 Jahren habe ich aufgehört zu rauchen.

Wie haben Sie das geschafft?

Das war in einem Urlaub in Kalabrien. Ich lag am Strand, und irgendwann sind mir die Zigaretten ausgegangen. Daraufhin habe ich mich ins Auto gesetzt und bin welche holen gefahren. Das Ergebnis war: Ich stand stundenlang in der Gluthitze im Stau! Ich habe mir dann gedacht, ich kriege noch einen Hitzschlag und sterbe, und das alles nur wegen Zigaretten! Ich habe schon die dazu passenden Schlagzeilen vor mir gesehen. Als ich in meinem Urlaubsquartier angekommen bin, habe ich alle Zigaretten weggeworfen, die noch da waren, mir anschließend selber ausgeredet, dass ich welche brauche, und das war’s dann.

Wie halten Sie es mit dem Sport?

(lacht). Ich bin zwar mit den Händen sehr geschickt, habe aber, wie man so schön sagt, zwei linke Füße, habe also nie etwas gemacht, was mit Gymnastik oder Fitnesstraining zu tun hat. Füher war ich aber gern Bergwandern, am liebsten im Gasteinertal in Salzburg. Das kann ich heute leider nicht mehr machen, dafür kriege ich zu schwer Luft. Was ich aber nach wie vor mit Freude und regelmäßig mache, ist stundenlanges Spazierengehen. Da bewegt man sich, sieht viel und kann außerdem gut in sich gehen, über sich selber nachdenken und darüber, wie man sich noch zum Besseren verändern kann.

Ernähren Sie sich besonders gesund?

Ich habe seit jeher und ohne zu wissen, dass das gesund ist, wenig Fleisch, dafür aber sehr gern Fisch und Teigwaren aller Art gegessen. Bei den Süßigkeiten halte ich mich zurück, wenn ich welche esse, dann Gummibärli. Und Alkohol trinke ich auch wenig. Da gibt es bei mir zum Essen ein Glaserl Wein, und wenn ich zuviel gegessen habe, trinke ich einen Sliwowitz. Aber weil Sie so fragen: Es gibt freilich schon etwas, was ich für meine Gesundheit mache. Ich gehe jedes Jahr für zwei Tage ins Spital und lasse mich von oben bis unten durchchecken.

Wünschen Sie sich manchmal Ihre Jugend zurück?

Niemals! Ich habe aber auch nicht das Gefühl, etwas versäumt zu haben, im Gegenteil. Als junge Frau habe ich an der Seite meines Lebensgefährten Erhard Buschbeck die elf schönsten Jahre meines Lebens erlebt, die Jahre der größten Liebe, der größten Hingabe. Von diesen Jahren zehre ich bis heute, ich denke, sie machen den Grundstock meiner Lebensfreude aus. Ich lebe sehr, sehr gern und versuche trotz aller Enttäuschungen, die ich wie jeder andere auch erlebt habe, die Menschen gern zu haben. Wer das schafft, hat, glaub’ ich, sehr viel für seine Gesundheit getan.

Ausgabe 10/2007

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