Leben mit Schlaganfall

September 2012 | Medizin & Trends

„Ich hatte großes Glück!”
 
Wolfgang Edelmeier wird den Tag nie vergessen, als er aus heiterem Himmel zusammenbrach und einen Schlaganfall erlitt. Im Gespräch mit MEDIZIN populär erzählt der heute 68-jährige Wiener über sein Leben danach.
 
Von Mag. Sabine Stehrer

MEDIZIN populär
Herr Edelmeier, Sie waren erst 41 Jahre alt, als Sie einen Schlaganfall hatten. Was ist damals passiert?

Wolfgang Edelmeier
Das war im Juni 1984, ein Tag, den ich nie vergessen werde. Da ist mir morgens nach dem Frühstück schlecht geworden, und im Badezimmer bin ich dann zusammengebrochen. Ich habe nach meiner Frau gerufen, und als sie mich gesehen hat, hat sie sofort die Rettung angerufen. Im Spital wurde mir dann gesagt, ich hätte einen Kreislaufkollaps gehabt. Nach einigen Tagen schickte man mich heim, mit dem Rat, mehr Sport zu betreiben. So habe ich mir meinen Zusammenbruch aber nicht erklären können. Deswegen bin ich zu einem Neurologen gegangen. Der hat festgestellt, dass bei mir etwas im Gehirn passiert sein musste, und mich ins Wiener AKH geschickt. Dort hat man erkannt, dass ich einen Schlaganfall gehabt hatte. Ich hatte ja auch klassische Beschwerden wie Sehstörungen, Probleme, mich zu orientieren, und die rechte Hand war ein bisschen gefühllos.

Wie wurden Sie behandelt?

Erst war ich drei Wochen lang im Krankenhaus und habe Infusionen zur Blutverdünnung und Durchblutungsförderung bekommen. Solche Medikamente habe ich eine Zeit lang nach der Entlassung aus dem Krankenhaus auch noch genommen. Heute nehme ich zur Vorbeugung nur noch eine Tablette am Tag, die blutverdünnend wirkt. Und vom Schlaganfall merke ich nichts mehr.

Sie leben also praktisch ohne Beeinträchtigungen?

Ja, ich hatte großes Glück. Ich fahre immer noch Auto, spiele Tennis und mache auch sonst alles, was mir Freude bereitet.

Und unmittelbar nach dem Schlaganfall? Mussten Sie sich da zum Beispiel beruflich einschränken?

Als der Schlaganfall passiert ist, war ich beruflich sehr engagiert. Nachdem ich dann insgesamt zehn Wochen außer Gefecht gesetzt gewesen war, konnte ich in einen ruhigeren Bereich der Firma wechseln, und das war bestimmt gut für mich.

Was war bei Ihnen die Ursache für den Schlaganfall, der Sie ja in der Blüte Ihres Lebens ereilt hat?

Das weiß man nicht so genau. Vermutet wird, dass ich ihn sozusagen geerbt habe, denn meine Mutter hatte verschiedene Gefäßerkrankungen. Die üblichen Risikofaktoren hatte ich jedenfalls nicht. Ich habe nie geraucht, habe nie viel Alkohol getrunken, hatte kein Übergewicht und habe immer schon Sport betrieben.

Und was unternehmen Sie, um einen weiteren Schlaganfall zu vermeiden?

Ich versuche, täglich so um die acht Stunden zu schlafen und trinke gar keinen Alkohol mehr. Beim Skifahren achte ich darauf, Höhen nicht zu schnell zu überwinden, und fahre daher nach Möglichkeit nicht mit Gondeln. Im Sommer meide ich, so gut es geht, drückende Hitze, und ich habe auch Saunabesuche gestrichen. Das alles hat mir der Neurologe empfohlen, der mich nach dem Schlaganfall im AKH behandelt hat.

Sie sind auch Obmann des Wiener Selbsthilfevereins für Menschen nach einem Schlaganfall. Warum engagieren Sie sich für  diese Gruppe?

Weil ich etwas dafür zurückgeben möchte, dass ich seit dem Schlaganfall ohne Beeinträchtigungen weiterleben darf.

Haben Sie Angst vor einem neuerlichen Schlaganfall?

Jetzt, nach so vielen Jahren, nicht mehr…   


Webtipp:

www.schlaganfallselbsthilfe.org

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