Haut, Haare, Nägel & Kosmetik

Frühlingsfrische für die Haut

Wenn die Haut im Frühling müde wirkt, liegt das häufig an erschöpften Feuchtigkeitsreserven. Moderne dermatologische Behandlungen setzen deshalb dort an, wo Pflegeprodukte an ihre Grenzen stoßen: in der Tiefe der Haut.

Von Michaela Neubauer

OÄ Dr. Barbara Franz,
„Es geht nicht darum, Volumen zu erzeugen oder Falten aufzuspritzen, sondern um eine Rehydrierung der Haut in der Dermis.“ 
www.hautsachegut.at

Nach Monaten mit trockener Heizungsluft, Kälte, Wind und wenig Tageslicht wirkt die Haut oft fahl, spannt oder verliert an Elastizität. Viele greifen dann zu reichhaltigeren Cremes – doch der gewünschte Frischeeffekt bleibt häufig aus. Der Grund dafür liegt tiefer: Mit zunehmendem Alter, aber auch durch äußere Belastungen, verliert die Haut schrittweise ihre Fähigkeit, Feuchtigkeit in den tieferen Schichten zu speichern. Genau hier setzen sogenannte Skinbooster-Behandlungen an, die in der Dermatologie zunehmend als sanfte, aber wirkungsvolle Unterstützung der Hautqualität eingesetzt werden.

Kein Volumen, sondern Feuchtigkeit

„Das ist eigentlich keine wirkliche Gesichtsverjüngungstherapie. Es geht hier nicht darum, Volumen zu erzeugen oder Falten aufzuspritzen, sondern um eine Rehydrierung der Haut in der Dermis“, erklärt die Dermatologin OÄ Dr. Barbara Franz. Anders als klassische Hyaluron-Filler, die gezielt Volumen aufbauen oder Konturen verändern, wird beim Skinbooster eine kaum oder gar nicht vernetzte Hyaluronsäure in winzigen Mengen mittels feiner Nadeln in die mittlere Hautschicht eingebracht. Dort verteilt sie sich gleichmäßig, „verrinnt“ im Gewebe und füllt die natürlichen Feuchtigkeitsspeicher der Haut wieder auf.

Wenn die Haut an Substanz verliert

Dass dieser Ansatz sinnvoll ist, zeigt ein Blick auf die biologischen Veränderungen der Haut. Bereits ab dem dritten Lebensjahrzehnt beginnt diese, an Substanz zu verlieren: Kollagen- und Elastinfasern bauen sich langsam ab, die Haut wird insgesamt dünner. Besonders deutlich zeigt sich das in hormonellen Umbruchphasen. „Perimenopausal schlägt das extrem an. Da drosselt sich die Feuchtigkeitsaufnahme noch einmal massiv, und viele Frauen berichten, dass ihre Haut immer trockener wird“, so Franz. Die Dermis kann Wasser schlechter binden, die Haut trocknet buchstäblich von innen aus. Pflegeprodukte können diesen Prozess nur begrenzt beeinflussen. „Bis auf eine Handvoll Ausnahmen wirken Cremes grundsätzlich nur auf der Haut und nicht in der Haut“, betont die Dermatologin. Zwar können bestimmte Wirkstoffe biologische Prozesse anstoßen, doch die reinen Feuchtigkeitsdepots in der Tiefe lassen sich damit nicht nachhaltig auffüllen. Eine Skinbooster-Behandlung schließt genau diese Lücke – ohne das Gesicht sichtbar zu verändern.

Glow statt „aufgespritzt“

Gerade diese Natürlichkeit nimmt vielen Patientinnen und Patienten die Sorge, nach der Behandlung „aufgespritzt“ auszusehen. „Wir geben der Haut nur die fehlende Feuchtigkeit zurück. Man wirkt nicht verändert, sondern wie frisch ausgeschlafen“, sagt Franz. Die Gesichtszüge bleiben gleich, die Mimik unverändert. Wahrnehmbar ist vor allem eine bessere Hautqualität: mehr Spannkraft, ein feiner Glow, ein geschmeidigeres Hautgefühl. Neben dem sofort sichtbaren Frischeeffekt entfaltet der Booster auch eine längerfristige Wirkung. Mittels der feinen Injektionen wird die Haut gezielt stimuliert. „Durch das Einbringen der Hyaluronsäure werden die Fibroblasten stimuliert – jene Zellen, die für die körpereigene Kollagenproduktion verantwortlich sind“, erklärt Franz. Dieser regenerative Effekt zeigt sich meist erst nach einigen Wochen, kann aber die Hautstruktur nachhaltig verbessern. Die Behandlung eignet sich grundsätzlich für alle Hauttypen, auch für empfindliche Haut. „Die Empfindlichkeit der Haut wird auch durch die Augenfarbe determiniert“, erklärt Franz. Menschen mit hellen Augen – insbesondere blauen oder grünen – und oft auch mit hellerer Haarfarbe – besitzen in der Regel eine dünnere Haut in allen Schichten. Diese Haut ist zwar optisch sehr fein und ebenmäßig, verliert jedoch schneller Feuchtigkeit und altert strukturell früher. Gerade für diese Typen kann ein Skinbooster nach Belastungsphasen wie dem Winter gute Erfolge erzielen. 

Gute Planung ist alles

Kurzfristige Rötungen, Irritationen oder leichte Schwellungen sind möglich, klingen aber in der Regel rasch ab. Wichtig ist vor allem der richtige Zeitpunkt. „Ich empfehle die Behandlung nicht am Tag eines großen Ereignisses zu machen, sondern drei bis vier Tage davor“, so Franz. Für einen nachhaltigen Effekt sollten drei bis vier Sitzungen im Abstand von etwa vier Wochen durchgeführt werden – orientiert am natürlichen Erneuerungszyklus der Haut. Der Skinbooster ist damit kein Ersatz für andere dermatologische Therapien, sondern Teil eines ganzheitlichen Ansatzes. Ziel ist nicht die Verjüngung um jeden Preis, sondern die Unterstützung der Haut in einer Phase, in der sie besonders gefordert ist. „Die Haut ist sehr gutmütig. Sie lässt sich bis ins hohe Alter positiv umstrukturieren“, fasst Franz zusammen. 


Fotos: Moritz Schnell, istockphoto/Vectorpower

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