Kinder lieben es, seine einzelnen Blütenblätter abzuzupfen und abwechselnd mit „ja“ und „nein“ abzuzählen. Sie haben es richtig erraten, die Rede ist vom Gänseblümchen! Welche Kräfte in den weißen Blüten stecken, erklärt Dr. Christine Reiler.
Das Gänseblümchen, botanisch Bellis perennis, wächst auf Wiesen und in Gärten nahezu das ganze Jahr, seine Blüten zeigen sich aber zwischen März und August. Bekannt ist es auch als Tausendschön oder Maiblume – über die vielfältigen Heilkräfte der Pflanze wissen aber nur die wenigsten Menschen Bescheid. So enthält das Gänseblümchen unter anderem Saponine, Flavonoide, Bitterstoffe und ätherische Öle, aber auch wichtige Vitalstoffe wie Vitamin C, Kalium, Magnesium und Eisen.
Vielseitig in Küche und Hausapotheke
Während sich die Blüten des Gänseblümchens hervorragend als essbare Dekoration in Salaten eignet, lassen sich sowohl Blüten als auch Blätter zu einem Tee verarbeiten, der Appetit und Stoffwechsel anregt. Dafür einfach zwei Esslöffel Blüten mit heißem Wasser übergießen und etwa zehn Minuten ziehen lassen. Die Blätter haben einen krampflösenden Effekt, weshalb der Tee auch gut bei starkem Husten wirkt.
Hautpflege
Eine besondere Heilrolle spielen die kleinen Blümchen aber in der Hautpflege: Die enthaltenden Vitamine, ätherischen Öle, Saponine, Gerbstoffe und Antioxidantien pflegen unreine und fettige Haut. Als Tinktur verarbeitet, eignet es sich gut als natürliches Gesichtswasser. Für eine Gänseblümchen-Tinktur benötigen Sie rund 100 Milliliter hochprozentigen Alkohol (mindestens 40 Prozent) sowie ein Schraubglas.
Pflücken Sie so viele Blüten, wie in das Glas passen, und schneiden Sie diese direkt unterhalb des Blütenkopfs ab. Geben Sie die Blüten in das Glas, drücken Sie sie leicht an. Anschließend mit so viel Alkohol übergießen, bis sie vollständig bedeckt sind. Verschließen Sie das Gefäß und lassen Sie den Ansatz an einem dunklen Ort bei Zimmertemperatur drei bis vier Wochen ziehen. Dabei gelegentlich vorsichtig schütteln, damit sich die Inhaltsstoffe optimal lösen. Anschließend die Tinktur durch ein Sieb oder Tuch abseihen und in eine saubere Flasche füllen. Bei Hautunreinheiten kann sie regelmäßig mit einem Wattepad aufgetragen werden.
Darüber hinaus wirkt das Gänseblümchen blutstillend und unterstützt die Wundheilung. Der enthaltene Ballaststoff Inulin fördert zudem die Verdauung, da er unverdaut in den Dickdarm gelangt. Auch kulinarisch lässt sich die Pflanze vielseitig nutzen – etwa spinatähnlich zubereitet oder frisch aufs Butterbrot gestreut. Lassen Sie es sich gut schmecken!
MEDIZIN POPULÄR-Leserin Margit B. fragt: Was kann man bei einem Fersensporn tun?
„Arnikaauflagen, Topfen- oder Krautwickel wirken kühlend und entzündungshemmend.“
Rund zehn Prozent der österreichischen Bevölkerung sind von einem Fersensporn betroffen. Dabei handelt es sich um einen dornartigen Knochenauswuchs an der Ferse. Obwohl er oft nur wenige Millimeter misst, kann er stechende Schmerzen verursachen, die bis in die Fußsohle ausstrahlen. Ursache ist eine Verknöcherung der Sehnenansätze am Fersenbein, häufig verbunden mit einer Entzündung des Fußgewölbes, der sogenannten Plantarfasziitis. Meist sind ältere Menschen betroffen, die Beschwerden treten vor allem morgens nach dem Aufstehen auf. Nicht jeder Fersensporn verursacht Symptome, doch Überlastung, Fehlstellungen oder Übergewicht können Schmerzen auslösen, oft begleitet von chronischen Entzündungen. Da völlige Schonung im Alltag für die meisten von uns aber kaum möglich ist – was hilft dagegen? Ganz wichtig ist regelmäßiges Dehnen! Lehnen Sie sich gegen eine Wand, um die Waden zu dehnen, oder ziehen Sie im Längssitz die Füße zum Körper. Auch das Rollen der Fußsohlen über einen Tennis- oder Faszienball kann Verspannungen lösen. Unterstützend bietet die Pflanzenheilkunde verschiedene Möglichkeiten zur Linderung. Arnikaauflagen, Topfen- oder Krautwickel wirken kühlend und entzündungshemmend. Ebenso wird ein Apfelessig-Wickel empfohlen: Dafür Apfelessig im Verhältnis 1:2 mit Wasser mischen, ein Baumwolltuch tränken und um Ferse und Unterschenkel legen, bis es sich erwärmt. Auch die Ernährung spielt eine Rolle: Eine antientzündliche Kost mit viel Gemüse, ausreichend Eiweiß aus Nüssen und Hülsenfrüchten, hochwertigen pflanzlichen Ölen wie Lein- oder Weizenkeimöl sowie zuckerarmem Obst kann Beschwerden lindern. Weniger empfehlenswert sind Fleisch, Alkohol und Fertigprodukte. Kurkuma gilt zudem als entzündungshemmend. Im Idealfall hilft diese Ernährung auch, überschüssiges Gewicht zu reduzieren und die Füße zu entlasten. Bei anhaltenden Schmerzen sollte jedenfalls ärztlicher Rat eingeholt werden, um Folgeschäden zu vermeiden.
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