Schnupfen, Husten, Heiserkeit?

Oktober 2016 | Medizin & Trends

So stärken Sie die Abwehrkräfte
 
Kennen Sie das? Die Nase rinnt, der Hals kratzt, die Stimme krächzt, Sie müssen fast gleichzeitig niesen und husten? Wenn sich eine Erkältung anbahnt, ist es meist schon zu spät. Wie Sie sich im Vorfeld davor schützen und welche natürlichen Vorbeugungsmaßnahmen Sie ergreifen können.
 
Von Michaela Weiß

Erkältungskrankheiten sind keine einmalige Sache. „Es ist ein Mythos, dass man nur einmal pro Saison an einer Erkältung leiden kann“, klärt Dr. Sabina Palasser-Vögl, Allgemeinmedizinerin in Lassee, auf. Auch wer in dieser Erkältungszeit schon einmal erwischt wurde, ist nicht während des gesamten Herbstes und Winters vor einer Ansteckung geschützt. Wenn alle rundherum niesen und husten, Erkältungs- und Grippeviren verbreiten, empfiehlt die Ärztin, große Menschenansammlungen zu meiden, und erkrankten Personen möglichst nicht zu nahe zu kommen. Um sich gegen Infekte zu wappnen, ist es laut Palasser-Vögl aber besonders wichtig, das eigene Immunsystem gezielt zu stärken. Tipps, wie dies auf natürliche Art und Weise geht:

Ausgewogene Ernährung
Das bildet die Grundlage für eine wirkungsvolle Immunabwehr. „Greifen Sie möglichst oft zu frischen, also saisonalen Lebensmitteln aus der Region.“ Diese sollten außerdem schonend zubereitet werden, damit möglichst viele Nährstoffe erhalten bleiben, denn die Nährstoffe kräftigen die Abwehr. Besonders gut: Lebensmittel, die viel Zink enthalten, wie etwa Leber, Linsen, Emmentaler oder Cashewnüsse.

Ausreichend trinken

Auch das ist überaus wichtig für ein gut funktionierendes Immunsystem. „Denn eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr stellt sicher, dass die Schleimhäute in der Nase und im Mund gut befeuchtet werden, wodurch Krankheitserreger besser abgewehrt werden können.“ Wer sich in stark beheizten Räumen aufhält, wo die Luft oft sehr trocken ist, sollte ganz besonders darauf achten, viel zu trinken, um die Produktion von Nasensekret und Speichel anzukurbeln bzw. das Austrocknen der Schleimhäute zu verhindern, empfiehlt die Ärztin und ergänzt, welche Getränke sich gut eignen: Reichlich Wasser und Tee, vor allem Ingwertee, zwischendurch eventuell auch einmal ein frisch gepresster Obst- oder Gemüsesaft.

Pausen einlegen

Dies ist vor allem dann empfehlenswert, wenn der Alltag stressig ist und immer wieder zu körperlicher und seelischer Erschöpfung führt. Denn bei Stress wird das Stresshormon Cortisol vermehrt ausgeschüttet, und dieses führt zu einer Schwächung des Immunsystems, wodurch die Anfälligkeit für eine Infektion mit Erkältungs- und Grippeviren steigt. Also heißt es: Nicht nur im Urlaub und am Wochenende ausspannen, sondern am besten – so gut das eben geht – täglich Ruhepausen einbauen.

Regelmäßig saunieren

Den Körper bei den Saunagängen und dem anschließenden kalten Abduschen wechselweise Hitze- und Kältereizen auszusetzen, trainiert und kräftigt das Immunsystem, was vor einer Erkrankung an Erkältung und Grippe schützt. „Durch das Saunieren kann die Thermoregulation des Körpers verbessert werden, wodurch dieser im Winter die optimale Körperkerntemperatur leichter halten kann.“ Und wird der Wärmeverlust während der kalten Jahreszeit verringert, kühlen die Schleimhäute nicht so stark aus. Auch dann können Krankheitserreger, wie beispielsweise Erkältungsviren, effizienter abgewehrt werden. Eine Alternative zu regelmäßigen Sauna-Besuchen ist beispielsweise der Griff zu Brausekopf und Armatur: Auch durch Hitze-Kälte-Reize in Form von Wechselduschen wird das Immunsystem gut gestärkt.

Sport betreiben

Auch das ist ein probates Mittel, um das Abwehrsystem zu kräftigen. „Regelmäßige Bewegung hat einen positiven Einfluss auf das Immunsystem.“ Doch Vorsicht vor zu intensivem Sport. Denn sehr starke körperliche Belastung kann die Anfälligkeit für Erkältungen und die Grippe erhöhen. Ratsam ist jedoch: Mindestens drei Mal pro Woche Sport zu treiben und Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren, Schwimmen oder Nordic Walking mit Krafttraining zu kombinieren.

Ausreichend schlafen
Lange genug und gut zu schlafen, ist nötig für ein funktionierendes Immunsystem bzw. für die Abwehr von Bakterien- und Virusinfektionen. „Das Schlafzimmer sollte jedenfalls regelmäßig gelüftet werden, um ein angenehmes Raumklima zu sichern. Das ist die Voraussetzung, um sanft und rasch in einen tiefen und langen Schlaf zu gleiten. Auch Störquellen, wie etwa Tablets oder Smartphones, sollten aus dem Schlafraum verbannt werden. Die Lichtrezeptoren des menschlichen Auges reagieren nämlich stark auf die Wellenlängen des blauen Lichts der LED-Bildschirme: Dadurch wird die natürliche Bildung des Schlafhormons Melatonin deutlich verzögert, und es kann zu Einschlafproblemen kommen. Der Schlafbedarf ist übrigens unterschiedlich, durchschnittlich benötigt der Mensch sieben bis acht Stunden.

****************************************
Was noch hilft

Regelmäßig die Hände waschen.
Viren, die Erkältung und Grippe verursachen, haften beispielsweise an Türgriffen oder Haltevorrichtungen in öffentlichen Verkehrsmitteln und werden auch beim Händeschütteln übertragen. Studien haben gezeigt, dass sich das Risiko für eine Ansteckung mit Erkältungsviren durch regelmäßiges gründliches Händewaschen beinahe halbieren lässt.  

Gesicht selten berühren.
Auch wenn es meist unbewusst passiert, so fassen sich Menschen im Laufe eines Tages sehr oft ins Gesicht. Durch die Berührung von Mund und Nase mit den Fingern können jedoch Erreger zu den Schleimhäuten gelangen.  

Räume regelmäßig lüften.
Räume sollten mehrmals täglich für fünf Minuten gelüftet werden, um eventuell vorhandene Krankheitserreger zu vertreiben: Das Risiko einer Infektion steigt mit der Anzahl vorhandener Viren im Raum.

Nasenhygiene betreiben.
Eine Nasendusche mit salzhaltiger Flüssigkeit spült die Nasenschleimhaut, schützt bei regelmäßiger Anwendung vor der Ansiedlung von Krankheitserregern und dient so der Vorbeugung von Erkältungskrankheiten.

**********************************
Was die Grippeschutzimpfung kann

Zur Vorbeugung vor einer Grippeerkrankung wird die jährliche Grippeschutzimpfung angeboten. Dabei werden abgetötete Influenzaviren geimpft, um das Immunsystem mit den Erregern vertraut zu machen und die Bildung von Gedächtniszellen anzuregen. Diese wiederum produzieren Antikörper gegen die Grippeviren.
Influenzaviren sind jedoch mutationsfreudig und treten jedes Jahr in einer anderen Gestalt auf. „WHO-Referenzlabors überwachen und beschreiben weltweit Erreger, die bei Patienten mit Verdacht auf Influenza nachgewiesen werden“, erklärt die Allgemeinmedizinerin Dr. Sabina Palasser-Vögl. „Bei Änderung der ursächlichen Virusstämme erfolgt eine entsprechende Anpassung.“
Die Grippeschutzimpfung schützt zwar vor Grippe, jedoch nicht vor grippalen Infekten, also Erkältungskrankheiten.

Für wen ist die Grippeschutzimpfung besonders ratsam ?

  • Menschen mit chronischen Erkrankungen
  • Personen im fortgeschrittenen Alter
  • Personen, die im Gesundheitswesen tätig sind
  • In Betreuungseinrichtungen (Krankenhäusern, Pflegeheimen) tätige Personen
  • Schwangere

Stand 10/2016

 

aktuelle Ausgabe

MP Cover 2023-01

Sie wollen mehr?

Das freut uns!

WÄHLEN SIE EINFACH AUS:
» ABO «
» E-MAGAZIN «
» MEDIZIN-populär-APP «

Abo bestellen

E-Magazin

Abo Service

Gewinnspiel

Kontakt

Newsletter

aktuelle Ausgabe

MP Cover 2023-01

Sie wollen mehr?

Das freut uns!

WÄHLEN SIE EINFACH AUS:
» ABO «
» E-MAGAZIN «
» MEDIZIN-populär-APP «

Abo Service

E-Magazin

Gewinnspiel

Kontakt

Newsletter

Abo Service

Gewinnspiel

E-Magazin

Newsletter