Mammografien sind die häufigsten bildgebenden Untersuchungen zur Brustkrebs-Früherkennung. Neue Forschungsergebnisse zeigen nun, dass sie noch einen zusätzlichen Nutzen haben könnten: Sie können Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen liefern.
In einer im Fachmagazin der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie veröffentlichten Studie untersuchten US-Forschende, ob Verkalkungen in den Arterien der Brust mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammenhängen. Mithilfe eines KI-gestützten Systems wurden diese sogenannten Brustarterienverkalkungen automatisch erfasst und quantifiziert.
Zusammenhang entdeckt
Für die Studie wurden die Mammografie-Daten von 123.762 Frauen aus zwei US-Gesundheitssystemen analysiert. Die KI teilte die Verkalkungen in vier Kategorien ein: keine, leichte, mittelgradige und schwere Verkalkungen. Über einen Zeitraum von sieben Jahren verglichen die Forschenden die Mammografie-Ergebnisse mit dem Auftreten von Herzinfarkten, Schlaganfällen, Herzschwäche und Todesfällen aufgrund von Herzerkrankungen. Diese Ereignisse werden in der Kardiologie als schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse zusammengefasst. Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Zusammenhang: Frauen mit leichten Verkalkungen hatten im Vergleich zu Frauen ohne Gefäßveränderungen ein um 28 bis 32 Prozent erhöhtes Risiko. Bei mittelgradigen Verkalkungen stieg das Risiko um 75 bis 79 Prozent. Schwere Verkalkungen waren sogar mit einem etwa dreifach höheren Risiko verbunden.
Zusätzlicher Nutzen
Die Forschenden sehen darin einen wichtigen Zusatznutzen der Mammografie. Neben der Brustkrebs-Früherkennung könnte die Untersuchung künftig auch als Warnsignal für mögliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen dienen. In Österreich werden jährlich rund 840.000 Mammografien im Rahmen des Brustkrebs-Früherkennungsprogramms durchgeführt. Dieses richtet sich vor allem an Frauen zwischen 45 und 75 Jahren. Laut Gesundheitsministerium nehmen derzeit jedoch nur rund 41 Prozent der Frauen dieser Altersgruppe das Angebot regelmäßig in Anspruch. Nach Ansicht der US-Forschenden könnte die Möglichkeit, gleichzeitig Hinweise auf ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko zu erhalten, den Wert der Untersuchung zusätzlich steigern.
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