Glioblastome gelten als die bösartigste Form von Hirntumoren bei Erwachsenen. Eine aktuelle Studie der Karl Landsteiner Privatuniversität Krems und internationaler Forschungspartner zeigt nun, dass die Erkrankung auch als Störung des Gehirn-Netzwerks betrachtet werden kann.
Die Überlebensdauer der Betroffenen hängt demnach eng damit zusammen, wie stark der Tumor die Verbindungen in der weißen Substanz des Gehirns beeinträchtigt – also jene Nervenbahnen, über die weit voneinander entfernte Hirnregionen Informationen austauschen.
MRT-Daten analysiert
„Für die Prognose ist nicht nur der Tumor selbst entscheidend, sondern auch die Frage, ob zentrale Verbindungen im Gehirn betroffen sind“, erklärt Andreas Stadlbauer vom Universitätsklinikum St. Pölten. Für die Studie wurden präoperative MRT-Daten von 871 Betroffenen aus zwei öffentlichen Datenbanken ausgewertet. Mithilfe computergestützter Analysen untersuchte das Forschungsteam, ob bestimmte Hirnregionen Verbindungen verloren hatten oder weniger effizient miteinander verknüpft waren. Die gewonnenen Daten wurden anschließend in Machine-Learning-Modelle eingespeist, um das Ein-Jahres-Überleben vorherzusagen. Die Prognosen wurden danach mit dem tatsächlichen Krankheitsverlauf verglichen. Die Ergebnisse unterstreichen das Potenzial netzwerkbasierter Analysen, die Prognose bei Glioblastomen künftig weiter zu verbessern.
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