Mehr als 14 Milliarden Menschenaugen machen sich täglich ein Bild von der Welt. Vom Wimmerl auf der Nasenspitze bis zum Himmel voller Sterne reichen ihre Blickfelder. Allerdings geht der Weitblick vor allem in den Industrieländern mehr und mehr verloren. Auch in Österreich ist bereits jeder Dritte kurzsichtig.
Von Mag. Sabine Stehrer
Junge mit schlechten Aussichten
Augentier Mensch
Dabei ist gute Sicht besonders wichtig für das Augentier Mensch: Über den Sehsinn gelangt die größte Informationsmenge ins Gehirn, mehr als 80 Prozent aller Eindrücke aus unserer Umgebung nehmen wir über die Millionen von Sinneszellen an der Netzhaut der Augen auf. Chemische Prozesse und elektrische Impulse sorgen dafür, dass diese Eindrücke ans Hirn weitergeleitet werden. Das Hirn wertet die optische Information aus und setzt so einiges in Gang. Was wir sehen, beeinflusst unser Fühlen, Denken, Handeln und kann darüber hinaus verschiedene Körperreaktionen auslösen. So kann uns übel werden, wenn wir etwas Ekelerregendes sehen. Umgekehrt läuft uns schon beim Anblick der Lieblingsspeise das Wasser im Mund zusammen.
Auch Farben zeigen allein über den Sehsinn Wirkungen aller Art: Orange und Gelb etwa verbessern die Stimmung und aktivieren den Menschen insgesamt; Rot kann darüber hinaus den Stoffwechsel stimulieren, Blau entspannt, Grün beruhigt, regt aber auch die Kreativität an. Dieses Wissen aus der Farbpsychologie macht sich auch die Medizin zunutze, seit man festgestellt hat, dass Menschen schneller gesund werden, wenn sie im Krankenhaus mit Blick auf den Park liegen, Bilder von bunten Blumen oder grünen Landschaften an der Wand hängen, Wände und Möbel freundliche Farben haben.
Licht für die Augen
Auch Licht, das wir ebenfalls über die Augen wahrnehmen, ist nicht nur ein visueller Genuss, sondern kann unsere Gesundheit fördern. So wird UV-Licht seit Jahren zur Behandlung von Hautkrankheiten eingesetzt. Dass Tageslicht darüber hinaus nicht nur die Stimmung beeinflusst, sondern auch die Gesundheit der Augen fördert, zeige sich am Beispiel von Völkern in Amazonas- und Polargebieten, die sich meist im Freien aufhalten: Dort geht der Anteil der Kurzsichtigen gegen Null. Die positive Wirkung von Tageslicht auf die Augen ist aber auch wissenschaftlich bewiesen. Grabner: „Studien, die mit Schulkindern gemacht wurden, haben ergeben, dass schon täglich eine Stunde im Freien Kurzsichtigkeit vorbeugen und ihren Fortschritt verzögern kann.“
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