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Ayurveda für die Haut: Hilfe bei Psoriasis und Neurodermitis

Die traditionelle indische Heilkunst Ayurveda findet zunehmend auch in der westlichen Medizin Anerkennung – insbesondere bei chronischen Erkrankungen wie Schuppenflechte (Psoriasis) oder Neurodermitis. Ihr ganzheitlicher Ansatz bietet wertvolle Unterstützung für die Hautgesundheit und kann klassische Therapien sinnvoll ergänzen.

Ganzheitliche Heilkunde mit medizinischer Wirkung

Lange galt Ayurveda in Europa vor allem als Teil von Wellness- und Entspannungsprogrammen. Doch in den letzten Jahren rückt der therapeutische Nutzen stärker in den Vordergrund. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkennt Ayurveda mittlerweile als medizinische Wissenschaft an. Vor allem bei chronischen Beschwerden zeigt das jahrtausendealte Wissen bemerkenswerte Erfolge – auch bei Hautproblemen wie der sogenannten Reibeisenhaut (Keratosis pilaris), Psoriasis oder Neurodermitis.

Ziel: Die Haut wieder ins Gleichgewicht bringen

Im Zentrum des ayurvedischen Ansatzes steht nicht allein die Linderung von Symptomen, sondern die Wiederherstellung des inneren Gleichgewichts. Der Körper soll durch gezielte Reize zur Selbstheilung angeregt werden. Denn viele Hautkrankheiten haben nicht nur körperliche, sondern auch seelische Ursachen. Stress, Ernährung, Umweltreize oder Genussmittel können Schübe begünstigen und bringen das natürliche Regulationssystem aus dem Gleichgewicht.

Ayurveda betrachtet die Haut als Spiegel des inneren Zustands. Deshalb kommen nicht nur äußerlich pflegende Produkte zum Einsatz, sondern auch entzündungshemmende Heilpflanzen, die auf die Zellaktivität und das Immunsystem wirken sollen. Ziel ist es, die Hautbarriere zu stärken, die Regeneration zu fördern und Entzündungen vorzubeugen.

Ayurveda bei Psoriasis und Neurodermitis

Eine ayurvedische Behandlung beginnt meist mit einer umfassenden Anamnese. Dabei werden nicht nur die Hautsymptome, sondern auch Lebensstil, Ernährung, Stressverhalten und emotionale Belastungen analysiert. Viele Betroffene berichten, dass sich Hautprobleme unter psychischer Belastung deutlich verschlechtern – ein Aspekt, den Ayurveda besonders berücksichtigt.

Zur Behandlung gehören:

  • Individuell abgestimmte Hautpflegeprodukte mit natürlichen Wirkstoffen
  • Ernährungsumstellungen, die entzündungsfördernde Nahrungsmittel meiden
  • Entspannungsverfahren wie Yoga, Meditation oder Atemübungen
  • Reinigungs- und Ausleitungsverfahren zur Entgiftung des Körpers

Auch das Führen eines Hauttagebuchs kann hilfreich sein, um persönliche Auslöser zu erkennen und gezielter gegensteuern zu können.

Fazit: Ayurveda als sanfte Unterstützung für die Haut

Ayurveda kann bei Hautkrankheiten wie Psoriasis oder Neurodermitis eine wertvolle Ergänzung zur Schulmedizin sein. Durch die Kombination aus innerer Balance, individueller Pflege und gezielter Lebensstiländerung werden nicht nur Symptome gelindert, sondern auch Rückfälle verringert. Wichtig bleibt: Die Anwendung sollte unter erfahrener Anleitung erfolgen – idealerweise in Absprache mit einem Hautarzt oder Therapeuten.


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Fotos: istock gawrav

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