Johann Lafer

September 2007 | Prominente & Gesundheit

„Fast Food grenzt schon fast an Körperverletzung“
 
Der gebürtige Steirer ist einer der erfolgreichsten Fernsehköche im deutschsprachigen Raum. An der Mosel führt er die Stromburg, einen Komplex aus Hotel, dem Hauben-Restaurant Le Val d’Or und einem Gasthaus. Außerdem gehören dem zweifachen Familienvater eine Kochschule und die Firma Heli Gourmet, bei der man Hubschrauber-Flüge samt Menü buchen kann. Und als ob das nicht genug wäre, ist Johann Lafer auch Autor von bisher rund 50 Kochbüchern und wirbt für verschiedene Firmen, die Küchenutensilien produzieren. Im Gespräch mit MEDIZIN populär erzählt der Tausendsassa, der am 27. September seinen 50. Geburtstag feiert, wie er das alles schafft, was er für seine Gesundheit tut und was Glück für ihn bedeutet.
 
Von Mag. Sabine Stehrer


MEDIZIN populär

Herr Lafer, Sie sind Familienvater, Fernsehkoch, Haubenkoch, Hotelier, Hubschrauberpilot, Autor und Werbebotschafter für Kulinaria aus der Steiermark. Außerdem werben Sie noch für Küchengeräte und Geschirr. Wie schaffen Sie als bald 50-Jähriger diese vielen Aufgaben?

Johann Lafer
Alles, was ich mache, unter einen Hut zu bringen, gelingt nur auf der Basis eines ausgeklügelten Zeitmanagements. Dazu kommt, dass mein eigener Einsatz an Zeit und Kraft sehr groß ist. Der Einsatz meiner Mitarbeiter, auf die ich mich zu 100 Prozent verlassen kann, ist aber mindestens genauso groß. Außerdem habe ich zum Glück eine Frau, die hinter mir steht, mir viele Dinge abnimmt und auch für mich einspringt, wenn meine persönliche Anwesenheit nicht notwendig ist.

Was tun Sie, um sich zu entspannen?

Ein spezielles Anti-Stress-Programm oder so etwas habe ich nicht. Schließlich machen mir die meisten Dinge, die mich beschäftigen, so viel Spaß, dass der Stress, der aufkommt, höchstens positiver Stress ist, und nach positivem Stress braucht man sich nicht wirklich entspannen, der ist auch nicht gesundheitsschädlich. Wenn ich besonders viel um die Ohren habe, achte ich allerdings schon darauf, etwas Leichtes und besonders Gesundes zu essen, was den Organismus nicht belastet. Es ist überhaupt enorm wichtig, gesund zu kochen und zu essen.

Welche Ernährung ist denn aus Ihrer Sicht besonders gesund?

Sicher nicht die, die man unseren Kindern im Kindergarten und in Schulen anbietet. Vieles, was dort auf den Tisch kommt und was man als Fast Food bezeichnet, grenzt meiner Meinung nach beinahe schon an Körperverletzung. Ich selber bemühte und bemühe mich immer vor allem um die Frische und die Güte der Produkte, die ich verwende, und um die optimale Zubereitung. Wobei ich finde, dass es in jeder Küche, ob in der asiatischen, in der Mittelmeerküche oder auch in der österreichischen Küche Gerichte gibt, die sehr gut und sehr gesund sind. 

Kochen Sie auch für Ihre Familie?

Dafür bin ich viel zu selten zu Hause, daheim kocht dankenswerterweise meine Frau, und das Ergebnis ist immer sehr gut.

Was tun Sie insgesamt für Ihre Gesundheit?

Ich mache heute im Hinblick auf die Erhaltung meiner Gesundheit manches sicher anders als in jungen Jahren und bemühe mich sehr um eine insgesamt gesunde Lebensweise mit allem, was dazugehört.

Was macht Sie glücklich?

Diese Frage zu beantworten, ist sehr schwer, wenn nicht gar unmöglich. Ist es die Gesundheit und Unversehrtheit meiner Familie? Ist es die persönliche Zufriedenheit? Ist es das Lob und die dankbare Freude von Gästen, die bei mir einen besonderen Genuss erlebt haben? Ist es die finanzielle Unabhängigkeit? Wohl von jedem ein wenig, und doch beschreibt es den Glückszustand nicht, den ein sommerlicher Sonnenuntergang von Bord meines Hubschraubers aus betrachtet in mir hervorruft.
 
Was möchten Sie in den nächsten zehn, 20 Jahren beruflich erreichen, und was wünschen Sie sich privat für Ihre Zukunft?

Grundsätzlich habe ich in der Vergangenheit gelernt, dass es wenig Sinn hat, in so langen Zukunftskategorien zu denken. Bei allem, was ich mache, vertraue ich auf meinen Instinkt und auf den Instinkt der Menschen, die mich beraten, in erster Linie auf den von meiner Frau. Aber ich habe schon so etwas wie eine Vision für die Zukunft. Ich möchte den Menschen nahe bringen, wie wichtig es ist, sich gesund und wohlschmeckend zu ernähren, und zwar mit frischen, nachhaltig erzeugten Produkten, und ich hoffe, dass mir das schneller gelingt, als innerhalb der nächsten zehn oder 20 Jahre.

BUCHTIPP
Lafer, Gasser, Brussee,
So schmeckt das Leben.
Gesunde Küche für Genießer,
160 Seiten, gebunden, ISBN 978-3-901488-89-4,  €19,90,
Verlagshaus der Ärzte

Ausgabe 09/2007  

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