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Therapieerfolg bei rheumatoider Arthritis vorhersagbar

Methotrexat (MTX) gehört seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Medikamenten bei rheumatoider Arthritis. Forschende der Medizinischen Universität Wien haben nun herausgefunden, dass das Medikament bereits in den ersten Wochen der Behandlung messbare Veränderungen im Immunsystem auslöst.

Diese könnten künftig dabei helfen, früher zu erkennen, ob eine Therapie gut anschlägt. Für die im Fachjournal „Annals of the Rheumatic Diseases“ veröffentlichte Studie wurde modernste Einzelzell-RNA-Sequenzierung (Single-Cell RNA Sequencing) mit fortschrittlicher Immunphänotypisierung kombiniert, um Veränderungen von Immunzellpopulationen und molekularen Signalwegen bei Patientinnen und Patienten einer MTX-Therapie über die Zeit hinweg zu verfolgen.

Dabei zeigte sich: Bereits nach drei Wochen hatte sich das Immunsystem deutlich verändert – zu einem Zeitpunkt, an dem eine Verbesserung der Beschwerden klinisch oft noch kaum feststellbar ist.

Wirkung von Methotrexat untersucht

Besonders auffällig war die Abnahme bestimmter Immunzellen, darunter sogenannte T-follikuläre Helferzellen und Plasmablasten. Diese Veränderungen zeigten sich vor allem bei jenen Patientinnen und Patienten, die später gut auf Methotrexat ansprachen. Bei Personen, die weniger gut auf die Behandlung reagierten, waren die Veränderungen deutlich schwächer ausgeprägt.

„Solche frühen Signaturen könnten künftig dabei helfen, den Therapieerfolg deutlich früher vorherzusagen, als dies heute möglich ist“, erklärt Lisa Göschl von der MedUni Wien. Die Ergebnisse liefern außerdem neue Erkenntnisse darüber, wie Methotrexat überhaupt wirkt. Die Forschenden fanden umfangreiche Veränderungen in den Immunzellen und bisher nicht bekannte Signalwege, die mit der Behandlung zusammenhängen.

Laborexperimente bestätigten zudem, dass MTX die Entwicklung bestimmter antikörperproduzierender Zellen direkt beeinflussen kann. Wenn sich künftig anhand früher Veränderungen im Immunsystem erkennen lässt, ob eine Therapie wahrscheinlich erfolgreich sein wird, könnte die Behandlung schneller angepasst und Betroffenen früher eine passende Alternative angeboten werden.

Die Ergebnisse sind ein weiterer Schritt in Richtung einer stärker personalisierten Behandlung der rheumatoiden Arthritis.


Fotos: istock/Nadezhda Buravleva

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