Ein Pilz aus dem Darm könnte dazu führen, dass Prostatakrebs resistent gegen die Hormontherapie wird. Forschende der Universität der italienischen Schweiz (USI) haben herausgefunden, dass der Darmpilz Nakaseomyces glabratus nach einer bestimmten Hormontherapie über das Blut bis zum Tumor gelangen kann.
Die Forschenden des Instituts für Onkologieforschung (IOR) identifizierten die Androgenentzugstherapie, eine gängige Hormonbehandlung bei Prostatakrebs, als Auslöser für diese Wanderung. Im Tumor aktivierte der Pilz daraufhin bestimmte Immunzellen, welche die körpereigene Abwehr unterdrückten und so das Krebswachstum begünstigten. Das führte zu einer Resistenz gegen die Krebstherapie. Die Forschungsergebnisse wurden in einer Studie im Fachmagazin „Nature Cancer“ veröffentlicht.
Neuer Ansatz für Therapien
In Versuchen mit Mäusen konnten die Forschenden die negativen Effekte des Pilzes reduzieren. Durch die orale Verabreichung eines speziellen Hydrogels wurde die Wanderung des Pilzes vom Darm zum Tumor blockiert. Das führte zu einer geringeren Infiltration von immunsuppressiven Zellen im Tumor und verlangsamte das Tumorwachstum.
Weitere Studien mit größeren Patientengruppen sind erforderlich. Damit soll geklärt werden, wie häufig dieser Mechanismus bei Patienten auftritt und ob neue Behandlungsansätze daraus entwickelt werden können.
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