Tierisch gesund

Für immer bei uns

Rund um Allerheiligen und Allerseelen gedenken wir all jenen, die nicht mehr bei uns sind. Für viele gehören dazu auch Hund oder Katze – Familienmitglieder auf vier Pfoten, deren Verlust eine schmerzliche Lücke hinterlassen kann.

Franziska Obert
„Eine Studie aus Großbritannien hat Anfang dieses Jahres belegt, dass der Verlust eines vierbeinigen Familienmitglieds für viele Menschen ähnlich schwer wiegt wie der eines geliebten Menschen.“

Die Leine hängt noch an ihrem Platz. Das Körbchen steht in der Ecke, ein paar Haare finden sich hartnäckig auf dem Lieblingspullover – doch plötzlich bleibt es still, wenn man die Haustür aufsperrt. Wer ein Tier verliert, verliert häufig weit mehr als einen vierbeinigen Begleiter. Es fehlt der Hund, der jeden Morgen schwanzwedelnd auf die Gassirunde gewartet hat.

Die Katze, die sich abends selbstverständlich auf ihren Lieblingsplatz gelegt hat. Kleine Rituale, die jahrelang zum Alltag gehörten, sind von einem Tag auf den anderen verschwunden. „Wir erleben immer wieder, wie sehr es Menschen mitnimmt, wenn ihr Haustier stirbt“, erzählt Franziska Obert von der Agila Haustierversicherung. Für viele sei das Tier ein vollwertiges Familienmitglied gewesen – oft über zehn oder sogar 15 Jahre hinweg.

Wenn plötzlich jemand fehlt

Wie tief die Trauer reicht, wird von Außenstehenden manchmal unterschätzt. Schließlich war es „nur ein Tier“, heißt es dann vielleicht. Für die Betroffenen fühlt es sich ganz anders an. Der Vierbeiner war beim Frühstück dabei, beim Spaziergang, im Urlaub, in schwierigen Lebensphasen und an besonders schönen Tagen. Mit seinem Tod verschwindet auch ein Stück vertrauter Alltag. Ein bewusster Abschied kann deshalb helfen. Während verstorbene Tiere nicht auf gewöhnlichen Friedhöfen beigesetzt werden können, gibt es eigene Tierfriedhöfe und Tierkrematorien.

Besonders die Einäscherung wird häufig gewählt. Bei einer Einzelkremierung erhalten die Halterinnen und Halter die Asche ihres Tieres zurück und können selbst entscheiden, was sich für sie richtig anfühlt: eine Urne zu Hause, eine Beisetzung oder ein anderer persönlicher Erinnerungsort. Auch kleine Rituale können Trost spenden. Manche bewahren das Halsband auf, gestalten eine Fotobox oder lassen einen Pfotenabdruck anfertigen. Andere pflanzen einen Baum oder tragen ein kleines Schmuckstück zur Erinnerung. 

Die letzte Reise planen

So schmerzhaft der Gedanke ist: Es kann entlasten, sich bereits zu Lebzeiten des Tieres mit dem Abschied auseinanderzusetzen. Soll es eingeäschert werden? Möchte man die Asche zurückbekommen? Gibt es einen Ort, an den man sich später erinnern möchte? Und was kostet eine Tierbestattung? „Unabhängig davon, wie man die letzte Reise des Vierbeiners gestalten möchte, ist es klug, sich rechtzeitig darüber Gedanken zu machen“, rät Obert. Denn unmittelbar nach dem Tod befinden sich viele Menschen in einem emotionalen Ausnahmezustand. Entscheidungen, die vorher getroffen wurden, müssen dann nicht unter Zeitdruck gefällt werden.

Tierbestatter können verstorbene Tiere zu Hause oder aus der Tierarztpraxis abholen. Je nach Anbieter sind Gemeinschafts- oder Einzelkremationen möglich, teilweise können Halterinnen und Halter bei der Verabschiedung oder Einäscherung dabei sein. Die Kosten unterscheiden sich unter anderem nach Größe und Gewicht des Tieres sowie nach Art der Bestattung.

Wie lange man um einen Hund oder eine Katze trauert, dafür gibt es keine Vorgabe. Auch ein neues Tier muss die entstandene Lücke nicht sofort schließen – und kann den verstorbenen Gefährten ohnehin nicht ersetzen. Vielleicht sind Allerheiligen und Allerseelen deshalb auch eine schöne Gelegenheit, ganz bewusst an jene Familienmitglieder zu denken, für die es keinen Grabstein auf dem örtlichen Friedhof gibt.

Ein Foto anzusehen, eine Kerze anzuzünden oder noch einmal die Lieblingsrunde des Hundes zu gehen. Denn auch wenn irgendwann kein Körbchen mehr in der Ecke steht: Was ein Tier über viele Jahre zu unserem Leben beigetragen hat, verschwindet nicht mit seinem letzten Atemzug.


Fotos: AGILA Haustierversicherung, Istock/Liudmila Chernetska

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