Fit im Kopf

Oktober 2007 | Medizin & Trends

So bleibt das Hirn in Schwung
 
Lesen Sie, wie viel Vergesslichkeit gesund ist, und was Sie tun können, damit Ihre grauen Zellen länger fit bleiben. Lesen Sie auch, wie die medizinische Forschung in Sachen Früherkennung und Behandlung von Demenzerkrankungen gerade in Österreich in jüngster Zeit vorangetrieben wird. Die Alzheimer-Impfung, die derzeit am Wiener AKH getestet wird, gilt als neuester Silberstreif am Horizont.
 
Von Mag. Andrea Fallent & Mag. Wolfgang Bauer

Verflixt, wie heißt das Buch, das ich gerade lese? Wo habe ich die Brille hingelegt? Wie war doch gleich der Name? Jetzt weiß ich nicht mehr, was ich sagen wollte …
Wir alle kennen Aussetzer dieser Art – und nehmen sie schmerzlich als Vergesslichkeit wahr. Die Mediziner beruhigen: Solche Aussetzer passieren einfach zwischendurch und sind noch kein Anlass zur Sorge. Im Gegenteil: Vergesslichkeit ist oft sogar eine notwendige Abwehrmaßnahme unseres Gehirns. Eine Art Schutzwall, der es gegen Reizüberflutungen abschirmt. Und der Grund dafür, dass auch junge Menschen gelegentlich von ihrer natürlichen Festplatte im Stich gelassen werden.
Andererseits baut unsere geistige Leistungsfähigkeit durch den natürlichen Alterungsprozess unserer Gehirnzellen, der spätestens ab 50 einsetzt, langsam, aber kontinuierlich ab. „So funktioniert etwa das Kurzzeitgedächtnis mit den Jahren zunehmend schlechter“, erklärt Univ. Prof. Dr. Peter Dal-Bianco, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie am AKH Wien, das Problem, von dem wir alle ein Lied singen können. Sein Trost: „Dafür werden andere Dinge mit dem Alter besser, wie zum Beispiel die Kombinationsfähigkeit oder das Vermögen, unnötige Informationen auszusondern.“

Wie viel Vergesslichkeit ist normal?
Was habe ich eigentlich letztes Jahr zu Silvester gemacht? Welcher Tag ist heute? Vor allem ältere Menschen haben bisweilen Schwierigkeiten, sich an bestimmte Ereignisse wie Geburtstage, Familienfeiern oder Fakten wie den aktuellen Wochentag zu erinnern. Eine normale Alterserscheinung also oder Grund zur Besorgnis, dass eine Demenzerkrankung wie zum Beispiel Alzheimer dahintersteckt? „Seltene Vergesslichkeit allein muss nicht bedeuten, dass man bereits an Demenz leidet“, beruhigt Gedächtnis-Experte Dal-Bianco. Macht einem die eigene Vergesslichkeit Sorgen oder fällt es dem Partner bzw. Verwandten auf, dass die Merkfähigkeit auffällig nachgelassen hat, weil man zum Beispiel mehrmals hintereinander Besuche oder wichtige Termine „verschwitzt“ hat, sollte der Hausarzt als erster Ansprechpartner eingeweiht werden. Dieser kann zur ersten Abklärung einen so genannten „Mini-Mental-Test“ durchführen. „Dabei wird das Orientierungsvermögen durch Fragen nach dem Datum oder dem Aufenthaltsort und die Merkfähigkeit durch Wiederholungen mehrerer Begriffe überprüft“, erläutert Dal-Bianco. „Weiters werden noch leichte Rechenaufgaben, das Sprachvermögen und allgemeines Verständnis abgefragt.“ Auch die räumliche Vorstellungskraft wird unter die Lupe genommen, indem einfache geometrische Figuren nachzuzeichnen sind. Beim Uhrentest ist der Patient schließlich aufgefordert, eine Uhrzeit mit großen und kleinen Zeigern in einen Kreis einzuzeichnen. Insgesamt verschafft sich der Arzt so einen ersten Eindruck, wie man mit alltäglichen Anforderungen zurechtkommt. „Für gesunde, jüngere Menschen stellt der Test im Normalfall keine sonderliche Herausforderung dar“, meint der Psychiater. „Ältere und geistig weniger agile Mensch haben dabei möglicherweise schon das eine oder andere Problem.“

Gedächtnisambulanzen helfen weiter
Was der Test laut Prof. Dal-Bianco mit Sicherheit nicht liefern kann, sind Aussagen über die Hintergründe der Defizite: „In der Folge muss dann weiter abgeklärt werden, ob eine Erkrankung wie Alzheimer oder auch eine der zahlreichen anderen Ursachen dahinterstecken könnten.“ Bis die Diagnose Alzheimer eindeutig gestellt werden kann, vergehen oft mehrere Monate mit ausführlichen Untersuchungen und Verlaufskontrollen, wie sie in speziellen Gedächtnisambulanzen, z. B. im Wiener AKH, durchgeführt werden. Wobei der typische Alzheimerpatient die „Aufdeckung“ seines Problems erfahrungsgemäß eher vermeidet und weiteren Untersuchungen skeptisch gegenübersteht. Zumeist sind es nahe Verwandte, die den Betroffenen aufgrund wiederholter geistiger „Aussetzer“ dazu überreden, einen Arzt zu konsultieren. „Nicht selten wird die Vergesslichkeit lange Zeit im Alltag kompensiert beziehungsweise bewusst versteckt“, so der Psychiater. „Erst bei neuen Herausforderungen wie im Urlaub, wo man sich viele Dinge merken muss, gelingt das dann nicht mehr und die Defizite werden für Mitreisende offensichtlich.“

Steckt eine Depression dahinter?
In der Gedächtnisambulanz werden gezielt Laboruntersuchungen und Gedächtnis-Spezialtests durchgeführt, um die wahre Ursache geistiger Blockaden zu eruieren. Die Gründe reichen von Kreislauferkrankungen, kleinsten Schlaganfällen, Stoffwechselstörungen, versteckten Tumoren oder Blutungen, Mangelernährung oder Austrocknung durch fehlendes Durstgefühl bis hin zur gar nicht seltenen depressionsbedingten Vergesslichkeit, die dann über den Umweg Gedächtnisambulanz aufgedeckt wird. Der Hintergrund: „Schwermütige Menschen entwickeln deshalb Gedächtnisstörungen, weil sie schlecht schlafen und unter Konzentrationsproblemen und Aufmerksamkeitsdefiziten leiden“, so Dal-Bianco. „Diese Personen machen sich – im Gegensatz zum typischen Alzheimer-Patienten – große Sorgen um ihre Gesundheit bis hin zu der Befürchtung, dement zu werden.“ Es entwickelt sich eine Negativspirale im Kopf, die allerdings professionell gestoppt werden kann: „Wird die Depression behandelt, bessern sich auch die Gedächtnisleistungen wieder.“

Auf dem Weg in eine vergessliche Gesellschaft?
In immer mehr Fällen nimmt der Abbau der Gedächtnisleistung krankhafte Züge an. Der Hauptgrund: Die Lebenserwartung steigt. Lag sie in Österreich 1998 bei Frauen noch bei durchschnittlich 80,6 Jahren, wird sie bis zum Jahr 2050 auf 87 Jahre steigen. Bei Männern rechnet man für diesen Zeitraum mit einem noch größeren Zugewinn an Jahren: von 74,3 auf 82.
Mit der Lebenserwartung nehmen auch altersbedingte Krankheiten zu, allen voran die Demenz. Gab es in Österreich im Jahr 2000 rund 90.000 Demenzpatienten, so rechnet man damit, dass sich die Zahl der Betroffenen innerhalb von 50 Jahren mehr als verdoppelt: Im Jahr 2050 werden 230.000 Österreicherinnen und Österreicher an Demenz leiden.
Bis auf wenige Ausnahmen – wie etwa bei einer Schädelverletzung in jüngeren Jahren – treten die geistigen Veränderungen fast ausschließlich im Alter auf. So beträgt der Anteil der Demenzkranken bei den 60-Jährigen etwas mehr als ein Prozent, bei den Über 80-Jährigen sind es bereits mehr als 15 Prozent und bei den Über-90-Jährigen etwa 35 Prozent. Hauptrisikofaktor für den schleichenden Gedächtnisverlust stellt somit das Alter dar, mit jedem Lebensjahr steigt quasi die Wahrscheinlichkeit, von einer Demenzerkrankung betroffen zu sein.

Demenz betrifft den ganzen Menschen
Demenz ist nicht gleich Demenz. Der schleichende Gedächtnisverlust gilt zwar in Fachkreisen als Leitsymptom dieser Erkrankung, die Vergesslichkeit ist jedoch nicht das allein Entscheidende. „Zum einen lässt das Kurzzeitgedächtnis der Betroffenen nach, also die Erinnerung an das jüngst Erlebte. Aber auch das Denken, das Rechnen, die Orientierungsfähigkeit, die Sprache, die emotionale Kontrolle und andere Qualitäten sind beeinträchtigt. Demenzkranke zeigen kaum mehr Eigeninitiative, vernachlässigen ihre einst geliebten Hobbys oder ihre Körperpflege“, fasst Primar Univ. Doz. Dr. Friedrich Leblhuber, Leiter der Abteilung für Neurologisch-Psychiatrische Gerontologie an der Wagner-Jauregg-Nervenklinik in Linz, zusammen, was Angehörigen von Demenzkranken nur allzu bekannt ist.

Häufigste Ursache: Alzheimer
So unterschiedlich die Verhaltensweisen von Demenzpatienten sein können, so verschieden sind auch die Ursachen der Erkrankung. Primar Leblhuber: „Hauptursache einer Demenz ist mit zirka 60 bis 70 Prozent die Alzheimersche Krankheit. An zweiter Stelle folgen mit etwa 20 Prozent Durchblutungsstörungen des Gehirns, die so genannte vaskuläre Demenz. Denn die Versorgung des Gehirns mit lebensnotwendigem Sauerstoff nimmt mit dem Alter ab, dazu kommt noch die Verkalkung der Gefäße. Dann sind noch chronischer Alkoholkonsum, Schädel-Hirn-Verletzungen, Hirntumore, Stoffwechselstörungen, Depressionen oder genetische Faktoren als Ursachen für die fortschreitende Einschränkung der geistigen Leistungsfähigkeit zu nennen.“
Die Medizin forscht fieberhaft nach Methoden, Demenzerkrankungen wie Alzheimer frühzeitig zu entdecken, um ihr Fortschreiten bremsen zu können. Vorbeugung durch einen gesunden Lebensstil wird immer wichtiger.

Ein High-Tech-Blick ins Gehirn
Immer genauere Methoden werden entwickelt, um Alzheimer frühzeitig entdecken zu können. Was unter die Lupe genommen werden muss? Es sind mikroskopisch kleine Spuren aus Eiweißablagerungen, so genannte Plaques, die durch Abbauprozesse an Nervenzellwänden entstehen. Eine Art Sondermüll der grauen Zellen, der bereits vor 150 Jahren erstmals beschrieben wurde. Noch im vorigen Jahrhundert waren histologische Gehirnschnitte verstorbener Patienten die einzige Möglichkeit, um eine Demenz mit Bestimmtheit diagnostizieren zu können. Heute ist es möglich, die typischen Degenerationen im Nervensystem mit Hilfe von ausgeklügelten bildgebenden Verfahren auch am lebenden Menschen sichtbar zu machen.
Mit Hilfe der Magnetresonanz-Tomographie (MRT) werden beispielsweise einzelne Gehirnareale bereits routinemäßig auf krankhafte Merkmale wie Schrumpfung, Blutungen oder Krebsgeschwülste hin untersucht. Die so genannte Voxel-basierten Morphometrie misst hingegen das Volumen der grauen und weißen Substanz der Gehirnmasse auf den Kubikmillimeter genau und kann so substanzielle Gedächtnislücken zweifelsfrei aufdecken. „So weist zum Beispiel eine Abnahme der Gehirnmasse in bestimmten Arealen wie dem Hippocampus und der Großhirnrinde auf Alzheimer hin“, erklärt Univ. Prof. Dr. Daniela Prayer, Neuroradiologin an der Universität Wien. „Derartige Erkenntnisse ermöglichen es uns, Krankheitstendenzen bereits zu erkennen, bevor Symptome auftreten.“

Alzheimer-Spritze im Test
Noch werden viele dieser komplizierten Messmethoden auf wissenschaftlicher Ebene eingesetzt, um neue Erkenntnisse über die Entstehung und den Verlauf von geistigen Mankos zu erhalten. Andererseits kann mit diesen modernen Apparaturen auch die Wirksamkeit von neuen Medikamenten gegen Gedächtnisverlust getestet werden, die gezielt auf betroffene Areale im Gehirn wirken sollen. Neuester Silberstreif am Horizont der Alzheimer-Therapie ist eine Alzheimer-Impfung, die gerade in der ersten Studienphase am Wiener AKH untersucht wird. Sie soll genau jene körpereigenen Eiweißstoffe abfangen, die sich zu Alzheimer-Plaques entwickeln und so an der Entstehung der Krankheit beteiligt sind. „Im optimalen Fall könnte diese neue Substanz nicht nur die Entwicklung von Alzheimer hintanhalten sondern auch schon bestehende Plaques beseitigen“, zeigt sich Prof. Dal-Bianco optimistisch.

Mens sana in corpore sano
Bis die Alzheimer-Impfung ausgereift ist, bleibt die Alzheimertherapie auf Medikamente beschränkt, die den Prozess hinauszögern, die Demenz aber nicht heilen können: „So genannte Acethylcholinesterase-Hemmer sind heute Medikamente erster Wahl für Patienten im leichten bis mittelschweren Alzheimer-Stadium“, erläutert Dal-Bianco. „Für schwere Formen kommt die Substanz Memantin zu Einsatz. Durch beide Medikamente kann das Fortschreiten der Symptomatik um viele Monate verzögert werden.“
Auch Dal-Bianco betont, dass eine gesunde Lebensführung und ausgewogene Ernährung viel zur geistigen Gesundheit beitragen kann, weil sie Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht, Herzerkrankungen reduzieren helfen. Mens sana in corpore sano – ein gesunder Geist in einem gesunden Körper, wussten schon die alten Römer. Das persönliche Rezept Dal-Biancos: „Reichlich Blattgemüse und Obst, zumindest zweimal wöchentlich Fisch und ein abendliches Gläschen Wein, regelmäßig körperliche Aktivität, gemeinschaftsfreundliche Hobbys und wenig Stress.“

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Vergessen, verdrängen, verschlampen
Wie unser Hirn arbeitet
Lange Zeit hat man das Gedächtnis mit der Festplatte eines Computers verglichen. Je „voller“ der Speicher, so meinte man, desto langsamer und schwerfälliger arbeitet die „Maschine Mensch“. Neuere Befunde stellen diese Lehrmeinung auf den Kopf. „Das Gegenteil scheint der Fall zu sein“, sagt Univ. Prof. Dr. Wolfgang Klimesch, Leiter der Abteilung für Physiologische Psychologie an der Universität Salzburg. „Je mehr Informationen ich im Gedächtnis gespeichert habe, desto fitter bin ich im Kopf, desto schneller und besser kann ich neue Informationen verarbeiten. Unser Hirn hat also keine Kapazitätsgrenzen wie ein Computer.“
Informationen verarbeiten und behalten – das ist der Job von unserem Gedächtnis. Erledigt wird er in verschiedenen Regionen des Gehirns – vom mittleren Schläfenlappen über den Hippocampus bis zum Thalamus. Das Gedächtnis arbeitet aber auch anders: Es vergisst, verdrängt, verschlampt.
Vergessen ist grundsätzlich völlig normal. Es dient dazu, Informationen, die über die Sinnesorgane aufgenommen und als unwichtig erachtet werden, auszufiltern. Ob eine Information vergessen wird, darüber entscheidet beispielsweise ihr emotionaler Gehalt. Dinge, die mit starken Emotionen verbunden sind, vergessen wir nicht so leicht. Der erste Kuss – wer würde ihn je vergessen?
Verdrängen ist ein Begriff aus der Psychoanalyse Sigmund Freuds. Gemeint ist der Abwehrmechanismus, mit dessen Hilfe bedrohliche Inhalte bzw. beängstigende oder schmerzliche Erfahrungen aus dem Bewusstsein ausgeschlossen werden. Freud zufolge sind die verdrängten Inhalte jedoch nicht dauerhaft gelöscht, sondern sie können zu einem späteren Zeitpunkt wieder auftauchen und das Seelenleben beeinträchtigen.
Verschlampen Kinder bzw. junge Menschen Abmachungen oder Termine, so ist das kein Hinweis auf ein Gedächtnisproblem, sondern kann mit einer angeborenen Entwicklungsstörung, mit Überforderung, Reizüberflutung, Aufmerksamkeitsdefiziten oder ganz einfach nur mit mangelnder Disziplin zu tun haben.

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Was ist Alzheimer?
Alzheimer ist die häufigste und schwerste Form der Demenz. Benannt wurde sie nach ihrem Entdecker, dem deutschen Psychiater Alois Alzheimer, der die Krankheit 1906 erstmals beschrieb, an der Schätzungen zufolge heute weltweit 29 Millionen Menschen leiden. Die düstere Prognose: Bis 2040 könnte die Zahl der Betroffenen auf 80 Millionen ansteigen.
Der aktuelle Stand der Alzheimer-Forschung: Der für die Krankheit typische Gehirnschwund geht mit charakteristischen Veränderungen im Gehirn der Patienten einher: Es entsteht ein Mangel an Botenstoffen, z. B. an Acetylcholin, das für die Informationsübertragung im Bereich der Gedächtnisleistungen verantwortlich ist. Außerdem ist eine krankhafte Bildung von Eiweiß nachweisbar, die so genannten Plaques. Diese zerstören nicht nur Nervenzellen, sondern behindern auch das Heranwachsen neuer Nervenzellen, wodurch zerstörte Gehirnzellen nicht mehr ersetzt werden können.
Die Alzheimer-Krankheit kann derzeit noch nicht geheilt werden, allerdings kann man mit modernen Medikamenten das Fortschreiten der Krankheit bremsen. Früherkennung hat also oberste Priorität.

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Futter für die grauen Zellen
So bleibt das Gedächtnis länger fit

  • Dran bleiben
    Wie jedes Organ wird auch das Gehirn mit zunehmendem Alter weniger leistungsfähig. „Wenn aber das Gehirn ein Leben lang beansprucht wird, so fallen die geistigen Einbußen im Alter deutlich geringer aus als bei geistiger Inaktivität. Neuere wissenschaftliche Befunde belegen eindeutig, dass man geistig fit bleibt, wenn das Gehirn entsprechend gefordert wird“, sagt Univ. Prof. Dr. Wolfgang Klimesch von der Universität Salzburg.

    Das Gehirn benötigt also so etwas wie geistige Nahrung, um auch im Alter noch fit zu sein. Also: neugierig bleiben, immer wieder etwas Neues lernen, Routinen durchbrechen. „Wer erst im Alter damit beginnt, das Gedächtnis zu trainieren, profitiert ebenfalls. Allerdings nicht in dem Ausmaß wie jemand, der sein Leben lang geistig aktiv war“, so der Psychologe.

  • Fit bleiben
    Was der Gesundheit dient, nützt auch dem Gedächtnis: regelmäßige Bewegung. „Die durchblutungsfördernde Wirkung des regelmäßigen Ausdauertrainings für die geistige Fitness wurde in Fachkreisen lange unterschätzt, findet aber in jüngster Zeit zunehmend Beachtung“, sagt Primar Univ. Doz. Dr. Friedrich Leblhuber von der Nervenklinik Wagner-Jauregg in Linz.
  • Schlank bleiben
    Wer Kalorien spart und Übergewicht vermeidet, bremst den Alterungsvorgang, auch im Gehirn. Außerdem wichtig: „Vermeiden Sie Bluthochdruck! Denn dieser kann mit der Zeit zu kleinen Gefäßverletzungen des Gehirns führen. Ähnlich problematisch fürs Gehirn sind erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte. Das heißt: Wer diese Risikofaktoren gut im Griff hat, beugt auch der Entstehung von Demenzerkrankungen vor“, sagt Leblhuber.
  • Cool bleiben
    Stress und Schlafmangel sind laut Prof. Klimesch Gift für das Gedächtnis. „Das Stresshormon Cortisol hemmt die Aktivität der Nervenzellen im Hippocampus, einer für das Gedächtnis besonders wichtigen Gehirnregion. Wer sich gut entspannen kann und ausreichend schläft, unterstützt auch das Gedächtnis und beugt der Vergesslichkeit vor.“

Kontakttipps

Die Adressen von Gedächtnisambulanzen in ganz Österreich finden Sie unter www.alzheimerinfo.at 

Österreichische Alzheimer-Liga
www.alzheimer-liga.at

  

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