Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden im Alltag. Die aktuellen Empfehlungen zeigen: Entscheidend ist eine gezielte, aber zurückhaltende Behandlung. Bei akuten Beschwerden helfen häufig klassische Schmerzmittel wie Ibuprofen, Paracetamol oder Acetylsalicylsäure (ASS).
Präsident der Apothekerkammer Niederösterreich
Wichtig sind die richtige Dosierung und eine begrenzte Einnahmedauer – Schmerzmittel sollten an nicht mehr als zehn Tagen pro Monat eingenommen werden, da sonst ein medikamenteninduzierter Kopfschmerz entstehen kann.
Bei Migräne kommen zusätzlich Triptane zum Einsatz. Sie wirken gezielt an den Entstehungsmechanismen der Migräne und können einen Anfall frühzeitig stoppen. Auch hier gilt die 10-Tage-Regel. Neue Wirkstoffe wie Rimegepant erweitern die Therapie: Sie können sowohl akut als auch vorbeugend eingesetzt werden, verursachen keinen Medikamentenübergebrauchskopfschmerz und eignen sich auch für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Moderne CGRP-spezifische Therapien, etwa Antikörper oder Gepante, gelten als wirksam und gut verträglich, werden derzeit jedoch meist erst eingesetzt, wenn andere Therapien nicht ausreichend geholfen haben.
Zur Vorbeugung spielen regelmäßige Bewegung, Stressmanagement, Entspannungstechniken, ausreichend Schlaf und ergonomisches Arbeiten eine wichtige Rolle. Für Kinder und Jugendliche stehen nicht-medikamentöse Maßnahmen im Vordergrund; topisches Pfefferminzöl kann Beschwerden oft lindern.
In der Apotheke beraten wir Sie individuell und evidenzbasiert: Wir unterstützen bei der Auswahl geeigneter Medikamente, achten auf Wechselwirkungen und helfen dabei, Übergebrauch zu vermeiden – damit Kopfschmerzen gar nicht erst zum Dauerproblem werden.
FotoS: fotostudio wilke, istockphoto/ Nadezhda Buravleva
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