Nieren & Harnblase

Blasenentzündung pflanzlich in den Griff bekommen

Wenn sich eine Blasenentzündung anbahnt, gilt es, die Beschwerden möglichst früh und effektiv zu bekämpfen. Pflanzliche Wirkstoffe sind eine effektive Alternative oder Ergänzung zu Antibiotika.

Mag. pharm. Lucie Soucek, Apothekerin
„Einige Heilpflanzen wie Cranberry, Kresse und Kren haben sich bei Harnwegsinfekten als sehr wirksam erwiesen.“ 

Wenn sich im Alltag ein erstes Ziehen oder Brennen beim Wasserlassen bemerkbar macht, lohnt es sich, früh gegenzusteuern. Gerade in den warmen Sommermonaten, in denen man häufiger schwitzt, viel unterwegs ist oder Badesachen länger trägt, können Harnwegsinfekte besonders leicht entstehen. Pflanzliche Wirkstoffe bieten hier eine sanfte und wirkungsvolle Möglichkeit, Beschwerden schon im Anfangsstadium zu lindern.

Denn solange kein Fieber oder Blut im Urin im Spiel sind, lassen sich viele Blasenentzündungen zu Beginn sehr gut mit einfachen Mitteln und oftmals ohne Antibiotika in den Griff bekommen. 

Keine Chance für Bakterien

Einige Heilpflanzen haben sich bei der Bekämpfung einer Blasenentzündung als sehr wirksam erwiesen, zum Beispiel Cranberry, Kren oder auch Birkenblätter. Dazu muss man wissen, dass Bakterien, die einen Harnwegsinfekt verursachen, sehr erfinderisch sind: Sie versammeln sich in großer Zahl auf der Blasenschleimhaut und bilden um sich selbst eine Art Schutzfilm, damit sie sich ungestört vermehren können. Dieser sogenannte „Biofilm“ macht es den Abwehrzellen des Körpers schwer, die Bakterien zu bekämpfen. Auch Antibiotika müssen ihn erst durchdringen, bis sie ihre Wirkung entfalten können. Mit den nachfolgenden Pflanzen können Sie genau dieser Biofilmbildung entgegensteuern:

1. Die Cranberry enthält sogenannte Proanthocyanidine (PAC). Diese verhindern durch natürliche Mechanismen, dass sich die schädlichen Bakterien an der Blasenschleimhaut festsetzen und ihren Schutzfilm bilden können.

2. Die Scharfstoffe im Kren (Meerrettich), aber auch in der Brunnenkresse, wirken gezielt der Vermehrung der Bakterien entgegen und können diese sogar abtöten. Die Scharfstoffe reichern sich in der Blase an und wirken dort auf natürliche und gut verträgliche Weise. Daher werden sie auch gerne als pflanzliches Antibiotikum bezeichnet.

3. Birkenblätter wirken harntreibend und fördern so das schnellere Ausspülen der Bakterien.

Auch als Ergänzung zu Antibiotika

Ist laut Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt eine Antibiotika-Gabe erforderlich, können die pflanzlichen Mittel unterstützend helfen: Durch die Hemmung der Biofilmbildung kann das Antibiotikum dann bis in die tiefen Schichten zu den Keimen vordringen. Eine Kombination aus Cranberry, Meerrettich und Birkenblätter-Extrakt ist also sowohl eine Alternative als auch eine ideale Ergänzung zu einer Antibiotikabehandlung bei Blasenentzündungen.


Fotos: zvg, GettyImages

Share

Logo medizinpopulär