Nieren & Harnblase

Starke Hilfe für die Blase

Häufiger Harndrang, Brennen beim Wasserlassen und ein ziehender Schmerz im Unterbauch: Eine Blasenentzündung ist unangenehm und betrifft Frauen deutlich häufiger als Männer. Meist gelangen Darmbakterien wie Escherichia coli in die Harnröhre und lösen dort die Beschwerden aus.

Mag. pharm.
Heinz Haberfeld

Präsident der
Apothekerkammer Niederösterreich

Bei leichten, unkomplizierten Harnwegsinfekten können zunächst einfache Maßnahmen unterstützen. Ausreichend trinken – etwa 1,5 Liter täglich, sofern medizinisch nichts dagegenspricht – hilft, die Harnwege regelmäßig zu spülen. Auch Blasen- und Nierentees aus der Apotheke können die Flüssigkeitszufuhr ergänzen. Wärme tut vielen Betroffenen ebenfalls gut. Wichtig ist zudem, die Blase regelmäßig und vollständig zu entleeren, besonders nach dem Geschlechtsverkehr. Nasse Kleidung sollte rasch gewechselt, exzessive Intimhygiene vermieden werden.

Unterstützend kommen auch pflanzliche Präparate infrage, etwa mit Bärentraubenblättern, Goldrute, Kapuzinerkresse oder Meerrettich. D-Mannose wird vor allem vorbeugend eingesetzt. Welche Präparate sinnvoll sind und wie lange sie angewendet werden sollten, lässt sich am besten individuell in der Apotheke klären.

Nicht immer reicht Selbstmedikation aus. Bei Fieber, Flanken- oder Rückenschmerzen, Blut im Urin, starken Beschwerden oder wiederkehrenden Infekten ist eine ärztliche Abklärung wichtig. Männer, Schwangere sowie Menschen mit Vorerkrankungen sollten bei Verdacht auf einen Harnwegsinfekt ebenfalls frühzeitig ärztlichen Rat einholen. Antibiotika sind nicht bei jeder unkomplizierten Blasenentzündung automatisch nötig – wenn sie medizinisch angezeigt sind, sollten sie gezielt und korrekt eingenommen werden.


Fotos: fotostudio wilke, istock/Anna Kondratenko

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